Der FC Basel plant die neuen Innenräume im St. Jakob-Park nicht in Rot-Blau, sondern in Schwarz-grau-Messing – und sie alle sollen neu einen Parkettboden erhalten. Vor kurzem hat der FC Basel unter dem Stichwort «Hospitality 2015» Bilder von den Betrieben im Sektor A publiziert, wie sie sich nach deren Umbau präsentieren werden. Es sind dies der Raum Giacobbo, das Restaurant Uno sowie der gesamte VIP-Bereich im 2. Stock.

Die Visualisierungen zeigen: Es bleibt kein Stein auf dem anderen. Im VIP-Sektor wird, neben anderen Neuerungen, der Teppich durch Parkett ersetzt. Aus dem Giacobbo wird die Captains Lounge, das Restaurant Uno wird es in dieser Form nicht mehr geben (die bz berichtete). An seiner Stelle wird ebenfalls eine Lounge eingerichtet, die sogenannte Cooking Lounge. Dort sollen die Gäste auch selber zur Kochkelle greifen können. «Sie müssen sich das», sagt Frank Wassermann, seit Juli der neue Patron im «Joggeli», «wie ein Kochstudio im Fernsehen vorstellen, bei dem alle mitmachen können.»

Das Mitkochen wird aus Platzgründen aber nur an Nicht-Spieltagen möglich sein, sagt Wassermann. «Am Matchtag können die Gäste dafür den Profis über die Schulter schauen.» Die Cooking Lounge ist ein Novum für ein Schweizer Fussball-Stadion. Die Jahreskarte kostet 4900 Franken, dafür darf man schon 90 Minuten vor Anpfiff eintrudeln; inbegriffen ist ein Sitzplatz im Parkett des Sektors A.

Und von der Wand lacht Karli

Ein weiteres Puzzle-Teil im neuen Bewirtschaftungs-Konzept des Clubs ist die Captains Lounge anstelle des Giacobbo, im südwestlichen Spitz des Sektors A im 1. Stock. Von den Wänden lächeln die Mannschafts-Kapitäne der mittlerweile 121-jährigen Club-Historie. Also nicht nur Karli Odermatt (Saison 1974/75), sondern auch ein gewisser Ferdinand Isler, Captain der ersten Stunde 1893. Für die Jahresgebühr von 2900 Franken gibts auch hier einen Parkett-Sitzplatz im Sektor A.

Alle neuen Räume sollen bis zum ersten Heimspiel des kommenden Jahres eröffnet sein. Dieses findet bereits am Wochenende des 14./15. Februars statt. Da die Arbeiten nicht vor dem letzten Match dieses Jahres am 15. Dezember starten können, bleiben für den Umbau zwei Monate Zeit – ein sportlicher Fahrplan, findet auch FCB-Sprecherin Andrea Roth: «Uns bleibt aber nichts anderes übrig, als in der Sommer- oder eben in der Winterpause umzubauen.» Die Projektleitung und die Architekten hätten den Ablauf der Renovation jedoch minuziös vorbereitet.

Mit dem neuen Konzept will der Club die Auslastung des Hospitality-Bereichs das ganze Jahr hindurch erhöhen, sagt Frank Wassermann. «An den rund zwei Dutzend Heimspielen im Jahr sind die VIP-Räume im Stadion gut gefüllt. Wir wollen die Betriebe aber auch in der Zeit dazwischen ausgelastet haben – und dazu müssen wir etwas Besonderes bieten.» Wassermann ist seit Anfang September Verwaltungsrat der Berchtold Catering AG, die erst kürzlich für weitere zehn Jahre das Catering-Recht im gesamten Stadion zugesprochen erhielt. Der Deutsche war zuvor unter anderem für das Catering in der Münchner Allianz Arena zuständig.

Auch für die Hattrick-Bar, gleich neben dem Restaurant Uno gelegen, sind gemäss FCB Renovationsarbeiten geplant. «Dort kann man», verspricht Wassermann, «aber auch in Zukunft wie gewohnt ein Bierchen trinken.»