Kommentar

Die Organistin ist hier das Opfer

Babette Mondry, die Organistin der Basler Peterskirche, hat die Kündigung erhalten.

Babette Mondry, die Organistin der Basler Peterskirche, hat die Kündigung erhalten.

15 Jahre war Babette Mondry Organistin der St. Peterskirche. Ende November 2014 wurde ihr aus heiterem Himmel gekündigt, wegen «gravierenden Zerwürfnissen». Steht ein Machtkampf hinter dem Rauswurf?

Babette Mondry, der Organistin der Basler St. Peterskirche, ist überraschend gekündigt worden. Was sind die wirklichen Gründe hinter dem Argument der «gravierenden Zerwürfnisse» – von denen die Reformierte Kirchgemeinde Basel West offensichtlich lange nichts gemerkt haben soll? Warum musste Mondry den Orgelschlüssel abgeben, als hätte sie ein Verbrechen begangen?

Offensichtlich verbirgt sich hinter dem rabiaten, ja unmenschlichen Vorgehen gegen Babette Mondry auch ein Machtkampf um die künstlerischen Lorbeeren, der sich im Vorstand des Freundeskreises Orgelmusik St. Peter abspielt. Klar ist: Der künstlerische Erfolg steht allein Babette Mondry zu.

Aber Hans Martin Tschudi, der Alt-Regierungsrat, der dem Freundeskreis am Anfang sicher viel geholfen hat, erarbeitet sich gerne Macht in der Basler Musikszene. Wir erinnern uns an den 2011 gescheiterten Versuch, die Basler Orchester und Ensembles gegen das Sinfonieorchester Basel in einer IG Klassik zu versammeln. Tschudi, Präsident des Collegium Musicum Basel, versuchte, die Orchester für einen Subventionskampf auch für sein Collegium einzuspannen. Das Kammerorchester Basel, die Basel Sinfonietta und das Barockorchester La Cetra zogen sich sofort wieder zurück.

Nimmt sich Tschudi nach den Orchestern nun die Orgelmusik vor? Bekannt ist, dass Leonhard Müller, den Präsidenten des Kirchenrats Basel West, der die Kündigung beantragt hat, mit Tschudi eine lange politische Freundschaft verbindet. Die Folge von allem ist: Als Opfer bleibt mit Babette Mondry eine herausragende Organistin auf der Strecke, die Basel sehr bereichert hat.

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