Luftschadstoff
Die Ozon-Belastung ist in Basel auf Fünfjahreshoch

Die hohen Temperaturen haben in der ganzen Region Basel zu teilweise massiven Überschreitungen der Ozon-Grenzwerte geführt.

Samuel Hufschmid
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Die Messwerte zeigen: An mehreren Stationen in der Region hat die Ozonbelastung in den letzten Wochen den Grenzwert (rote Linie) überschritten.

Die Messwerte zeigen: An mehreren Stationen in der Region hat die Ozonbelastung in den letzten Wochen den Grenzwert (rote Linie) überschritten.

luftqualitaet.ch

197,5 Mikrogramm Ozon pro Kubikmeter Luft hat die Messstation Basel/Chrischona am 3. Juli gemessen – ein Wert, der letztmals 2010 erreicht worden ist. Der Grenzwert von 120 Mikrogramm/m3 wird seit Anfang Monat praktisch täglich überschritten.

Vor einigen Jahren noch ging bei zu hoher Ozon-Belastung jeweils ein Aufschrei durch Medien und Bevölkerung, im Vergleich dazu wurden die aktuellen Grenzwertüberschreitungen kaum zur Kenntnis genommen. Einzig eine Medienmitteilung der Schweizerischen Bau-, Planungs- und Umweltschutzdirektoren-Konferenz BPUK wies am 3. Juli darauf hin, dass an gewissen Messstationen Ozonkonzentrationen «des anderthalbfachen Grenzwerts der Schweizer Luftreinhalte-Verordnung» gemessen worden sind. Dies war nicht nur auf der Chrischona, sondern auch in Binningen und im Fricktal der Fall.

Die zurückhaltende Informationspolitik der Behörden geht auf einen Entscheid aus dem Hitzesommer 2003 zurück, sagt Hans-Rudolf Moser vom Lufthygieneamt beider Basel. «Damals haben die einzelnen kantonalen Behörden unkoordiniert über einzelne Grenzwert-Überschreitungen berichtet, was zu einer unübersichtlichen Situation geführt hat.»

Die aktuell hohen Ozonwerte erklärt Moser mit dem anhaltend sonnigen Wetter, das es so seit 2010 nicht mehr gegeben habe. «Die UV-Strahlen der Sonne führen, in Kombination mit chemischen Stoffen, zur Bildung von Ozon. Auch wenn diese sogenannten Vorläuferstoffe in den letzten Jahrzehnten halbiert werden konnten, sind wir noch weit vom Ziel entfernt.» Allerdings würden bereits heute tiefere Ozon-Spitzenwerte gemessen, als noch zwischen 1990 und 2003. Derzeit arbeit das Lufthygieneamt an einem neuen Luftreinhalteplan, der 2016 in Kraft treten und zusätzliche Massnahmen zur Reduktion der Vorläuferschadstoffe enthalten soll. Welche das sind, kann Moser noch nicht sagen.

Der Basler Kantonsarzt Thomas Steffen sagt, dass eine hohe Ozonkonzentration, wie sie aktuell vorliegt, eine gesundheitliche Belastung sein kann. «Ozon greift beim Menschen vor allem die Atemwege und die Lunge an.» Das gesundheitliche Risiko hänge nebst Ozonwert auch von der Dauer der Exposition und der körperlichen Anstrengung ab. «Körperlich intensive Anstrengungen sind bei starker Ozonbelastung generell zu vermeiden», sagt der Kantonsarzt. Und Menschen mit Asthma, anderen Lungen- oder Herzkrankheiten sollten den Umgang damit mit ihrem Arzt besprechen.