Die Zürcher haben es begriffen, die Basler nicht. Einen freien Parkplatz per Smartphone zu suchen oder umgekehrt, den privaten Parkplatz zu vermieten, dieses System nutzen die Baslerinnen und Basler äusserst selten. Als die App «Parku» vor rund einem Jahr ihr Angebot auf die Stadt ausweitete, zeigte sich Grossrat und TCS-Präsident Christophe Haller erfreut. Doch heute scheint die Parkplatzsuche mithilfe des Handyprogramms in Vergessenheit geraten zu sein. «Das System ist in Basel nicht richtig bekannt», sagt Haller. Er hat das Gefühl, die App-Betreiber hätten Basel marketingmässig vernachlässigt. Dass der Erfolg der App in Basel ausbleibe, weil genügend Parkplätze zur Verfügung stünden und das Parkplatzproblem demnach doch nicht so gross sei, ist für Haller ein Fehlschluss.

Mehr Erfolg in Zürich

Knapp die Hälfte der 94 registrierten Parkplätze würden genutzt, weiss Roy Mahiphan, Verkaufsmanager der App Parku. Wie regelmässig diese gemietet würden, könne er nicht genau sagen. Dennoch ist Mahiphan überzeugt, dass die Nachfrage in Basel bestehe. Besonders Parkplätze bei der Messe und beim Stadion seien beliebt.

Die App Parku weiss immer, wo es freie Parkplätze hat. Screenshot

Die App Parku weiss immer, wo es freie Parkplätze hat. Screenshot

In der Region Zürich hat die Parku-App 563 Parkplätze im Angebot, rund sechsmal mehr als in Basel. Zusätzlich bietet dort die Konkurrenz-App «Parkit» «ein paar Hundert» Parkplätze an, wie Mitgründer Fabian Weber sagt. Er sieht noch immer viel Potenzial: «In der Stadt Zürich gibt es 270 000 Parkplätze, davon sind 220 000 in Privatbesitz und 50 000 kommen für unser Angebot infrage.» Im Gegensatz zu Parku hat man sich bei Parkit bewusst dazu entschieden, sich auf den Grossraum Zürich zu beschränken. «Wir möchten unsere Ressourcen anderweitig als im Aufbau von neuen Parkplatzangeboten in anderen Städten einsetzten», erklärt Weber.

Er schätzt, dass es in Basel rund 50 Parkplätze an attraktiven Standorten bräuchte, damit das System funktioniere. Weber: «Wer die App ein- oder auch zweimal ausprobiert und nicht gerade einen geeigneten Parkplatz findet, wird sie kein drittes Mal benützen.»

So sind Privatpersonen gesucht, welche ihre zentralen Parkplätze vermieten. Beispielsweise tagsüber, wenn sie berufstätig sind. «In Zürich gibt es Parkplatzvermieter, welche monatlich einen Betrag im dreistelligen Bereich verdienen, ohne etwas dafür zu machen», sagt Weber. Das seien zwar nicht viele, aber dennoch ein paar wenige.

Teilen statt Besitzen

Wer in Basel per Internetseite oder Smartphone einen Parkplatz findet, bezahlt meistens zwischen zwei und vier Franken pro Stunde. Den Preis bestimmen die Vermieter. Die Zahlung erfolgt elektronisch, Münz für die Parkuhr muss keines gesucht werden. Ein Drittel des Ertrags wandert in die Kasse von Parku. Der Rest wird den Parkplatzbesitzern ausbezahlt.

Die App-Betreiber heben jedoch hervor, dass es beim Parkplatztausch nicht nur ums Geld geht. «Shareconomy» heisst das Schlagwort. Die Idee ist einfach: Was nicht benutzt wird, soll geteilt werden. Und zwar so, dass zwei Parteien davon profitieren. Denn ein leerer Parkplatz nützt dem Besitzer wenig.