Als vor 44 Jahren die «Schnoogekerzli» mit einer Laterne in Form eines runden Kachelofens auf die Strasse gingen, war das noch eine kleine Sensation. Denn normalerweise waren die «Lampen» quaderförmig – wenns hochkam, hatten sie Einbuchtungen oder einen halbrunden Oberteil.

Möglich ist (fast) alles

Das hat geändert. Heute sind Fasnachtslaternen Installationen. Die Formenvielfalt hat zugenommen. LED-Technik bieten neue Möglichkeiten. Und damit sind auch die Herausforderungen grösser geworden. Das Licht ist sehr hell, meist blaustichig und streut anders als «Glühlämpli».

Die diesjährige kleine Sensation ist die «Welle» der Basler Bebbi. Die einzelnen Kunststoff-Paneele wurden auf ein Metallgerüst montiert, erst wenige Tage vor der Fasnacht. Die Teile sind nicht gemalt, sondern bedruckt.

Erst diese neuen Drucktechniken, meist computergestützt, haben solche Konstruktionen ermöglicht. Die traditionelle Laterne besteht aus einem Holzgestell, auf das eine Leinwand aufgezogen wird. Kompliziertere Formen sind nicht möglich, weil der Stoff immer faltenlos gespannt werden muss. So weit zur Form und Technik.

Inhaltlich ist die Laterne ebenfalls beeindruckend. Und bedrückend. Sie passt in den Zug, der eine einzige politische Performance ist. Auf der Laterne ist zu lesen:

«Das isch die perfäggti Wälle
in ihrem Wasser schwimme d Hai
Im Aug vo däre Gwitterzälle
goht das Schiff unter wie-n e Stai.

Doch si kunnt langsam uff is zue
s Wasser sprützt uns scho ins Gsicht
Mr sehn d Vergangeheit vrbiizieh
und wänn nit woorhaa, ass si bricht.

Dini Koffer sinn scho paggt
Und du machsch di uff e Wääg
Du hesch numme no di Lääbe
mir hänn Stacheldroot und Hääg

Das isch die perfäggt Wälle
Hei, das isch e Hölleritt
Wenn alli Grundwärt dien zerschälle
schloot s Parteyprogram Profit»