Züge, die in den Basler Bahnhof SBB einfahren, machen dies mit reduzierter Geschwindigkeit. Züge, die ausfahren, müssen langsam anrollen, bis sie nach der Peter-Merian-Brücke beschleunigen können. Die Brücke zwischen der Nauenstrasse und der Hochstrasse im Gundeli-Quartier liegt zu tief, als dass moderne Züge sie mit grösserem Tempo unterqueren könnten.

Das Basler Planungsamt hat eine Testplanung in Auftrag gegeben, wie die Situation bereinigt und die Brücke erhöht werden kann. Eingeladen, um Vorschläge zu präsentieren, waren die Basler Architekturbüros Herzog & de Meuron, Morger & Dettli sowie Buchner & Bründler. Stadtbaumeister Fritz Schuhmacher bestätigt die Planung, die im Sommer der Öffentlichkeit präsentiert werden soll.

Für die Auslegeordnung wurde die gesamte städtebauliche Situation analysiert. Insbesondere die Gundeli-Seite ist heute unbefriedigend. Wer über die Peter-Merian-Brücke fährt, muss sich an einer Gabelung entscheiden, ob er nach rechts in einer Kurvenfahrt in die Meret-Oppenheim-Strasse einbiegen will oder nach links über eine Rampe in die Hochstrasse. Die Planung sieht vor, mit einer neuen Strassenführung einen direkten Weg in die Meret-Oppenheim-Strasse zu schaffen, die zur Entlastung des Quartiers gebaut wurde.

In die Planung eingebunden sind die SBB, die gemäss Schumacher deutlich gemacht haben, dass sie die Optionen auf zwei zusätzliche Gleisstränge auf Gundeli-Seite wahrnehmen möchten. Teil der Planung ist auch das rote Postgebäude, das auf SBB-Grund steht. Darin möchte bekanntlich die SRG ihr neues Studio einrichten. Offenkundig hat sich die Post jedoch noch nicht definitiv entschieden, wie sie mit dem schwer sanierungsbedürftigen und teilweise leer stehenden Gebäudekomplex an zentraler Lage umgehen will.

Die Brücken-Verbindung zwischen dem Gellert- und dem Gundeli-Quartier hat eine Vorgeschichte, die heute noch ersichtlich ist: Am Kopfende der Brücke auf Gundeli-Seite ist ein zugemauerter Torbogen zu sehen, vor dem ein Brunnen steht. Dieses Tor führte einst in einen Tunnel, der unter den Geleisen hindurch die Quartiere verband. Gemäss einem Beitrag im Basler Jahrbuch von 1967 habe man den Tunnel schlicht «Loch» genannt. Er war nicht durchgängig gemauert, sondern zwischen den Schienensträngen nach oben hin offen. Bei Regen stand der Tunnel unter Wasser. 1901 wurde das Tor zugemauert. Bei neuer Strassenführung wird dieser Teil der Stadtgeschichte wohl verschwinden.