Digitale Polizei – unter diesen Überbegriff stellte Regierungsrat Baschi Dürr am Mittwoch eine Medieninformation des Basler Justiz- und Sicherheitsdepartements. Dürr und Vertreter der Kantonspolizei Basel-Stadt stellten neue digitale Angebote vor und zogen Bilanz über solche, die schon länger bestehen.

  • Basler Online-Schulweg: Wer für seine Kinder einen sicheren Schulweg sucht, findet seit dem 1. August im Basler Online-Schulweg (BOS) einen digitalen Ratgeber. Mehr dazu gibt es hier.
  • Anzeige erstatten bei Suisse ePolice: Seit dem 1. Juni 2016 können gewisse Delikte online angezeigt werden. Basel-Stadt ist der 13. Kanton, der sich bei Suisse ePolice beteiligt. Wer sich auf der Plattform mit einem gültigen Ausweis registriert, kann dort Sachbeschädigungen sowie Diebstähle von Velos, Mofas, elektronischen Geräten, Skis, Snowboards und Kontrollschildern anzeigen. 270 Meldungen sind in den ersten zwei Monaten eingegangen. Davon betrafen die meisten Velo- und Mofadiebstähle (238), weit dahinter folgen die Diebstähle elektronischer Geräte (19). Diese Zahl sei nach der Bundesfeier am Rhein markant angestiegen, sagte Thomas Jauch von Kantonspolizei. Ob nun wegen Suisse ePolice mehr Anzeigen erstattet werden, ist laut Jauch nach nur zwei Monaten nicht zu beurteilen. Die Anzahl aller eingegangenen Anzeigen sei aber nicht massiv angestiegen. Das lasse darauf schliessen, dass die Hemmschwelle, eine Anzeige einzureichen, nicht gesunken sei. Erfreut zeigte sich Jauch darüber, dass die Nutzerzahlen kontinuierlich steigen. Und dass hinter den Anzeigen auf Suisse ePolice nicht nur einige wenige Personen stehen. Eine detaillierte Auswertung zeigt, dass der älteste Anzeigesteller auf Suisse ePolice 75-jährig ist. Die meisten Benutzer sind jedoch unter 40 Jahre alt. Am meisten Meldungen gehen zur Mittags- und Abendzeit ein. Was den Datenschutz anbelange, so werden laut Jauch nicht mehr und nicht andere Daten gesammelt und gespeichert, als es bei einer herkömmlichen Anzeige der Fall wäre.
  • Online-Schalter der Motorfahrzeugkontrolle: Bereits seit Mitte 2013 können Basler Zufahrtsbewilligungen für die Innenstadt, Anwohnerparkkarten und Besucherparkkarten für die Blaue Zone am Online-Schalter der Motorfahrzeugkontrolle beziehen. Wurden 2014 noch gut 18‘000 Besucherparkkarten online geordert, waren es 2015 bereits über 28‘000.

Neben dem Ausbau des digitalen Angebots informierten die Behörden auch über zwei Projekte der Verkehrssicherheit. Dem digitalen Motto entsprechend, tragen diese englische Namen: Road Safety Inspection und Black Spot Management. 

  • Road Safety Inspection: Der städtische Dienst für Verkehrssicherheit hat fast 800 Fussgängerstreifen auf diverse Sicherheitskriterien geprüft. Dabei kam heraus: Fast jeder vierte Fussgängerstreifen weist Sicherheitsdefizite auf. Bei jedem zweiten mangelhaften Streifen sind „ungenügende Sichtweiten“ das Problem, sprich der Fussgänger ist von der Strasse aus zu wenig sichtbar. Bei einer Fahrgeschwindigkeit von 50 km/h müsste ein wartender Fussgänger etwa aus 55 Meter Entfernung zu sehen sein. Laut Daniel Bär vom Dienst für Verkehrssicherheit könnte dieses Problem mittels dreier Massnahmen behoben werden: Entweder wird das Sichthindernis beseitigt, was oftmals Parkplätze sind, oder das Trottoir vergrössert. Oder der Fussgängerstreifen wird entfernt. Man arbeite derzeit mit dem Baudepartement geeignete Massnahmen aus. 
  • Black Spot Management: Black Spots, schwarze Punkte, sind Stellen im Strassennetz, an denen sich immer wieder Unfälle ereignen. Diese Orte werden online erfasst und die Unfälle detailliert ausgewertet. Ein solcher Black Spot liegt etwa an der Kreuzung Flughafenstrasse/Neudorfstrasse. In vier von fünf Unfällen waren dort Velofahrer involviert, die – auf der Flughafenstrasse fahrend – von abbiegenden Fahrzeugen aus der Neudorfstrasse angefahren wurden. Darum soll in den nächsten Wochen nun der Radstreifen in diesem neuralgischen Abschnitt rot eingefärbt werden, um die Sichtbarkeit der Velofahrer zu erhöhen.