Umgestaltung

«Die Regierung verpasst eine Chance»: Kasernen-Innenhof bleibt ein Flickwerk

Die Regierung plant nichts für das gesamte Kasernenareal. Nutzer finden dies unverständlich.

Der Verein «Pro Kasernenareal» stand bisher stets hinter den Plänen der umfassenden Sanierung des Kasernenareals. Doch der jüngste Beschluss des Regierungsrates hat ihn nach eigener Formulierung «enttäuscht», der Entscheid sei «unverständlich».

Die Regierung hat nämlich angekündigt, sich keine weiteren Überlegungen zum Innenhof der Kaserne oder zum Areal machen zu wollen. Im Nachzug zur Abstimmung von Februar 2017 zur Aufwertung des Kasernenareals hatte Claudio Miozzari (Grossrat SP) aber genau dies verlangt. Er schrieb, dass es nicht nur wichtig sei, die Gebäude aufzuwerten, sondern auch den Innenhof und allgemein die öffentlichen Flächen zwischen Klybeckstrasse und Rhein. Diese seien in die Jahre gekommen und könnten die Bedürfnisse der Nutzenden nicht mehr adäquat erfüllen.

Der Verein Pro Kasernenareal sieht das ähnlich. «Die Infrastruktur des Innenhofes ist jetzt schon vernachlässigt», sagt Vereinspräsident Philipp Cueni. Insbesondere müssten zum Beispiel die Brunnen saniert werden. Dass die Bauarbeiten zurzeit den Innenhof belasten würden, sei klar. Aber nach dem Ende der Bauarbeiten sollten die öffentlichen Flächen wieder in all ihrer Vielfalt nutzbar sein: Der Teerplatz für Anlässe wie die Herbstmesse oder das Tattoo Basel und die grüne Fläche als Ort für Kinder, Sport und Erholung.

Regierung will nichts von Neugestaltung wissen

Auch sieht Philipp Cueni voraus, dass nach der Aufwertung das Areal noch mehr genutzt wird als heute. «Die Umbau- und Renovationsarbeiten bei den Gebäuden werden das Areal massiv aufwerten», sagt er.

Nun hat die Regierung den Anzug von Claudio Miozzari damit beantwortet, dass sich in ihren Augen keine Neugestaltung aufdränge. Das Erhalten der bestehenden Anlagen sei ja bereits gesichert.

Philipp Cueni versteht das nicht. «Die Regierung verpasst eine Chance und verkennt eine Aufgabe», schreibt er der bz. In einer Medienmitteilung erklärt sein Verein, dass die Infrastruktur erneuert werden müsse: So brauche es zum Beispiel mehr Velostände, eine Anpassung der Beleuchtung der öffentlichen Flächen sowie eine Nachpflanzung der Bäume, die während den Bauarbeiten gefällt wurden. «Das Kasernenareal kann nur als Ganzes sinnvoll geplant werden.» Für Cueni ist die Freifläche vergessen worden, weil sie ausserhalb des Umbau-Perimeters der Gebäude liegt. Dabei verlangt der Verein nach eigenen Aussagen nicht teure Investitionen, sondern einige Reparaturen und notwendige Installationen.

Philipp Cueni ist auch enttäuscht, dass die Institutionen, die das Areal nutzen, nicht angehört wurden, obschon die Verwaltung einen Nutzungsausschuss einsetzt. «Ich kann mir das nicht erklären», sagt Cueni. Das Vorgehen sei ungewöhnlich und widerspreche gemachten Aussagen.

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