Über 30 Grad
Die Region befindet sich im Hitzemodus – hier können Sie sich abkühlen

Manche suchen nur den Schatten, andere kommen erst richtig in Fahrt: Bei den hohen Temperaturen findet jeder seine Methode, um mit der Hitze umzugehen.

Michel Ecklin
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Abkühlung im Rhein Lislotte Ernst geht täglich in den Rhein baden, sobald die Wassertemperatur 18 Grad erreicht, und das seit 35 Jahren. Derzeit ist der Rhein 22 Grad warm - "fast schon zu warm", findet sie.
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Heisser Juli-Anfang in der Region Basel
Hitzeresistenz Eray Tasdelen strählt sich in der Dreirosenanlage die Muskeln. In der gleissenden Sonne schwitzt er, doch das stört ihn nicht. Er hatte Frühschicht, und am Abend ist er an ein Grillfest eingeladen. "Ich konnte gar nicht anders, als jetzt zu fitten", sagt er. Mit seinen Muskeln will er nicht den Frauen gefallen - nicht mehr. "Diese Zeiten sind vorbei", sagt der verheiratete Vater. "Aber wenn man fit ist, ist im Leben einfach alles einfacher."
Sport in der Dreirosenanlage Der 17-jährige Tyson spielt in der Dreirosenanlage Basketball. Seine Kumpels haben ihn losgeschickt, um Wasserflaschen zu füllen. Mindestens zehn Mal macht er das an diesem Nachmittag. "Schwitzen tut gut", findet er. "Da merkt man, dass man etwas gemacht hat."
Täglich Sport Auf dem heissen Teer des Horburgparks spielen Hugo und Nemanja (beide 17) Basketball. "Wir kommen jeden Tag hierher", sagt der eine. "Nur bei Regen nicht", sagt der andere.
Quer durch die ganze Stadt zur Abkühlung Luzie Hänggi ist von der Burgfelder Grenze an die Birs im Breitequartier gefahren, mit den Kindern ihrer Freundin. "Wir machen das oft", sagt sie. "Am Rhein ist es mir zu voll."
Mutter grillt, Kinder planschen Die KInder ihrer Freundin spielen gerne in der Birs. "Für die Kinder ist es hier perfekt", sagt Hänggi.
Abkühlung in der Reinacher Heide Im renaturierten Abschnitt der Birs bei der Reinacher Heide suchen Mensch und Tier Abkühlung. Die Birs ist kühler als der Rhein.
Die Pflanzen haben Durst Der Freizeitgartenbesitzer im Muttenzer Hardacker giesst jetzt täglich alle seine Pflanzen. "Aber ich wäre sowieso jeden Tag hier", sagt er. Andere Gartenbesitzer setzen den halben Garten unter Wasser, er selber schaut bei jeder Pflanze, wie viel sie braucht, und giesst entsprechend. Jungen Pflanzen gibt er mehr als solchen mit tiefen Wurzeln. "Wir sollen ja Wasser sparen", sagt er.
Lieber im Schatten Sein Hund Filou mag die Hitze nicht und leidet.
Abkühlung in der Reinacher Heide Sandra Gisiger und ihre Hündin Ivy wagen sich bei der Reinacher Heide in die Birs. Die Münchensteinerin bereut, ihr Badkleid nicht dabei zu haben. "Es ist doch so schön frisch hier an der Birs", findet sie.
Abkühlung in der Reinacher Heide An der Birs in der Reinacher Heide wird man rasch braun (oder rot).
Abkühlung in der Reinacher Heide Es ist heiss im Juli 18: Renaturierte Birs Reinach

Abkühlung im Rhein Lislotte Ernst geht täglich in den Rhein baden, sobald die Wassertemperatur 18 Grad erreicht, und das seit 35 Jahren. Derzeit ist der Rhein 22 Grad warm - "fast schon zu warm", findet sie.

Nicole Nars-Zimmer (niz)

Zum allerersten Mal lässt Sandra Gisiger ihre Hündin in der Reinacher Heide in die Birs. Die Vierbeinerin ziert sich noch etwas, aber die Herrin würde gerne mehr als nur die Füsse ins kühle Nass strecken. «Schade, haben wir das Badkleid nicht dabei», sagt sie zu ihrer Freundin. «Es ist schön frisch hier an der Birs.» Die Wassertemperatur schätzt sie auf 20 Grad.

«Rhein ist fast zu warm»

Das ist deutlich kälter als die Luft, die gestern im Schatten locker 30 Grad erreichte – nicht Rekord, aber so heiss, dass man doch nach Abkühlung lechzte, zum Beispiel im Rhein. So auch die Kleinbaslerin Lislotte Ernst. Sobald im Frühling der Rhein 18 Grad erreicht, springt sie täglich in die Fluten. Gestern hatte der Rhein 22 Grad «eigentlich fast zu warm», findet sie.

Nicht um die Hitze kümmert sich Eray Tasdelen. In der Dreirosenanlage macht er Klimmzüge, sein braungebrannter Oberkörper schwitzt in der Nachmittagshitze. «Ich musste heute um fünf zur Arbeit, und danach gehe ich grillieren. Darum hab ich heute nur jetzt Zeit zum Fitten», erklärt er lapidar.

Heisse Bodenplatten

Nie zu heiss ist es für Luzie Hänggi. «Ich bin schliesslich im Juli geboren», erklärt sie. Vom Burgfelderquartier her kommt sie oft quer durch die Stadt an die Birs in der Breite, zum Grillen mit den Kindern der Freundin. «Am Rhein ist es mir zu voll», findet sie.

Ins Planschbecken im Horburgpark geht Filnaz Iyidogan mit ihren kleinen Söhnen. «Daheim streiten sie ständig», sagt sie. «Wenn sie im Wasser spielen, hab ich meine Ruhe.» Sie selber hüpft barfuss auf den Bodenplatten herum. «Heiss», sagt sie nur.

Wasser beim Basketball

Und so hat bei der Bruthitze jeder seine Methode, mit der Hitze umzugehen. Oder wie es der 17-jährige Tyson ausdrückt, der Wasser abfüllt für seine Kumpels, mit denen er Basketball spielt: «Schwitzen muss einfach sein.»

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