Gemeindewahlen Riehen
Die Riehener LDP geht selbstbewusst in den Alleingang

Es ist offensichtlich: Die LDP geht mit viel Selbstbewusstsein in den Riehener Wahlkampf und deshalb auch konsequent in den Alleingang. Die kantonale LDP bedauert dieses Verhalten. Thomas Strahm hingegen steuert gar das Gemeindepräsidium an.

Tobias Gfeller
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Er setzt sich für den Alleingang der Riehener LDP ein: Thomas Strahm.

Er setzt sich für den Alleingang der Riehener LDP ein: Thomas Strahm.

Nicole Nars-Zimmer

Keine Wahlkampfveranstaltung ohne das zurzeit in Riehen dominierende Thema: Der Alleingang der LDP beschäftigt die Gemüter noch immer. «Ich bedaure die Entwicklung sehr. Gerade weil ich mich als Präsident der kantonalen LDP stets für eine bürgerliche Zusammenarbeit eingesetzt hatte», sagte gestern LDP-Gemeinderat Christoph Bürgenmeier vor den Medien.

«Wir haben seit Jahren zwei Mitglieder im Gemeinderat. Dies so weiterführen zu wollen, ist ein legitimes Anliegen», so der Vize-Gemeindepräsident, der seit 1994 Gemeinderat ist. Er bezweifle, dass die bürgerliche Allianz um SVP, FDP und CVP sich so einig ist. «Es ist ehrlicher, man steht für etwas gerade, als wenn man sich zusammentut, um den Wahlerfolg so gross wie möglich zu machen.»

Beziehung über Gemeinde hinaus

Thomas Strahm, der für die LDP den zweiten Sitz im Gemeinderat verteidigen will und sogar das Gemeindepräsidium ansteuert, bedauert den Alleingang weiterhin nicht - im Gegenteil. «Nicht jeder Pakt ist sinnvoll und muss nicht sein um jeden Preis», zitierte er sogar Goethes Faust. Es ist offensichtlich: Die LDP geht mit viel Selbstbewusstsein in den Riehener Wahlkampf.

Einen grossen Pluspunkt gerade im Vergleich zum parteilosen Hansjörg Wilde sieht Thomas Strahm in seiner politischen Erfahrung und seiner Vernetzung über die Gemeindegrenzen hinaus. «Ich kenne die Mechanismen der Politik und habe Beziehungen bis hinüber nach Deutschland», so Einwohner- und Grossrat Strahm. Was nach dem ersten Wahlgang am 26. Januar passieren wird und ob sich einer der beiden LDP-Kandidaten zurückzieht, wollten Strahm und Bürgenmeier nicht sagen. «Das ist reine Kaffeesatzleserei.»

«Potenzial des Dorfkerns nutzen»

Es sind vor allem die personellen Trümpfe, mit denen die LDP in den Wahlkampf zieht. Inhaltlich unterscheiden sich die Liberalen von der bürgerlichen Allianz nur geringfügig. Nachhaltige Finanzpolitik, gute Rahmenbedingungen für das lokale Gewerbe und eine hohe Wohnqualität sind auch ihre Anliegen. Ins Detail ging Präsidentin Stefanie Thomman-Baumann aber dann doch noch. «Die 40er-Zone beim Kohlistieg gilt es zu verhindern. In den Schulen wollen wir starke und schwächere Schüler fördern.»

Dass sie sich aber auch inhaltlich von der FDP unterscheiden kann, zeigte die LDP-Fraktion an der vergangenen Einwohnerratssitzung. Dort stimmten die Liberalen für die Dorfkernplanung, die Freisinnigen dagegen. «Wir wollen das Potenzial des Dorfkerns nutzen. Dazu müssen wir die Parkmöglichkeiten, aber auch den Fussgängerbereich vergrössern», so Thomman. 40 000 Franken möchte die LDP im Wahlkampf ausgeben. Wohl markant weniger als die bürgerliche Allianz.