Basel

Die Rückkehr des «Musikantenstadls» ist ein Glücksfall für Basel

Der gebürtige Wiener Andy Borg erlangte als Moderator des «Musikantenstadls» grosse Bekanntheit (Archivbild).

Der gebürtige Wiener Andy Borg erlangte als Moderator des «Musikantenstadls» grosse Bekanntheit (Archivbild).

Für einen verhältnismässig kleinen Beitrag profitiert Basel vom Werbeeffekt des «Musikantenstadls». Vor allem der knapp vierminütige Film über Basel zu Beginn der Sendung ist für das Basler Standortmarketing Gold wert.

Rund sechs Millionen Fernsehzuschauer werden morgen Abend in Deutschland, Österreich, der Schweiz, Tschechien, Südtirol, Slowenien, Ungarn und in den Beneluxländern einschalten, wenn Moderator Andy Borg um 20.15 Uhr seinen Begrüssungshit «Ja jetzt ist Stadlzeit» zum Besten gibt. Über zwei Stunden lang wird Basel im Schaufenster der Volksmusikwelt stehen.

Ein grosser Werbeeffekt ist garantiert, davon zeigt sich Sabine Horvath, Leiterin des Basler Standortmarketings, überzeugt: «Der ‹Musikantenstadl› ist für Basel ein Glücksfall.» Vor allem der knapp vierminütige Film über Basel zu Beginn der Sendung habe einen auf dieser Plattform fast unbezahlbaren Wert. Andy Borg berichtet darin von Basler Sehenswürdigkeiten, aus der Altstadt, der Fondation Beyeler in Riehen und vom Tinguely-Museum.

Über 200'000 Franken bezahlt

Basel präsentiert sich als einer der wichtigsten Kulturstädte Europas mit einer einmaligen Museumsdichte. Doch wer denkt, dies passiere alles gratis, der irrt. «Die Austragungsorte müssen jeweils eine Offerte unterbreiten. Basel-Stadt zahlt aus dem Swisslos-Fonds des Kantons und dem Anlässe-Konto total 197'500 Franken. Baselland bezahlt 12'500 Franken», sagt Horvath.

Neben dem Finanziellen würden dabei aber auch die Infrastruktur und verschiedene Dienstleistungen zählen. So begrüsst Regierungspräsident Guy Morin die Fernsehmacher mit einem persönlichen Schreiben in Basel. «Der Mehrwert für Basel liegt aufgrund der grossen Ausstrahlung in einem Vielfachen des Engagements, das man gesprochen hat», stellt die Leiterin des Standortmarketings klar. Die Rechnung gehe für Basel auf.

Basler Beiträge in der Sendung

Der Kampf unter den Städten findet innerhalb der Länder statt. Ein Verteilerschlüssel des ORF bestimmt die Anzahl Veranstaltungen innerhalb der drei Eurovisionsnationen. «Es herrscht jeweils ein grosser Standortwettbewerb bei Akquisitionen von solchen Fernsehproduktionen», sagt Horvath auch von der Sendung «Wetten, dass . . .?», die jahrelang in Basel zu Gast war. Seit dem letzten Basler Stadl vor fünf Jahren habe sich einiges verändert. «Damals reichte noch eine sehr gute Infrastruktur und ein finanzieller Beitrag an eine Begleitveranstaltung. Heute wird um einiges mehr gefordert.»

Neben dem Filmporträt über den Austragungsort werden auch künstlerische Beiträge aus Basel die Stadt und die Region präsentieren. Der Jugendzirkus Basilisk tritt mit 35 Jugendlichen auf und zeigt Spektakuläres aus seinem Programm sowie eigens für den «Stadl» einstudierte Bodenakrobatik und Pyramiden. Laut, kräftig und spektakulär werden die Tambouren des Top Secret Drum Corps Basel nach aussen tragen. Für Horvath «ein äusserst werbewirksamer Programmpunkt».

Mit Werbung kaum zu zahlen

Auch von Basel Tourismus kommen nur positive Töne, wenn es um den «Musikantenstadl» und dessen Werbeeffekt geht. «Deutschland ist unser wichtigster Auslandsmarkt. Wir können vom grossen medialen Interesse sehr profitieren», sagt Christoph Bosshardt, Vizedirektor von Basel Tourismus. Die Präsenz im Fernsehen steigere zwar die Bekanntheit, doch viel wichtiger sei, wie Basel während dieses «Musikantenstadls» gezeigt wird. «Wir haben schon versucht, dem Team vom ORF für den Kurzbeitrag über Basel Vorschläge zu unterbreiten. Denn diese Medienpräsenz des Films könnte man mit realer Werbung kaum bezahlen.»

Basel Tourismus stellte dem Fernsehteam einen Guide zur Verfügung. Dass der «Musikantenstadl» ein eher älteres Publikum anspreche, widerspreche den Tourismuszielen von Basel nicht. «Im Gegenteil», sagt Bosshardt. «Wir positionieren uns nicht primär als Partystadt für Junge, sondern als Kulturstadt. Kulturaffine Leute finden sich in allen Alterskategorien.»

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