Steuersenkung
Die Schweizer Wirtschaft wächst – die Basler Steuern dürfen sinken

Da das Wirtschaftswachstum im 3. Quartal bei 0,6 Prozent liegt, tritt in Basel die für 2013 geplante Steuersenkung in Kraft. Der Einkommenssteuersatz für natürliche Personen wird von 23 auf 22,5 Prozent gesenkt.

Stefan Schuppli
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Der Einkommenssteuersatz für natürliche Personen wird von 23 auf 22,5 Prozent gesenkt (Symbolbild)

Der Einkommenssteuersatz für natürliche Personen wird von 23 auf 22,5 Prozent gesenkt (Symbolbild)

Keystone

Das Wirtschaftswachstum ist eine mehrfach gute Nachricht. Erstens: Es hat sich nach einer Pause überraschend zurückgemeldet. Im 3. Quartal stieg das Bruttoinlandprodukt real um 0,6 Prozent, nachdem es im Vorquartal noch 0,1 Prozent abgenommen hatte. Zweitens: In Basel kann deshalb die geplante Steuersenkung für 2013 in Kraft treten. Diese war an die Bedingung geknüpft, dass das Wachstum nicht in zwei aufeinanderfolgenden Quartalen negativ sein darf (bz vom Mittwoch). Das war nicht der Fall. Der Einkommenssteuersatz für natürliche Personen wird von 23 auf 22,5 Prozent gesenkt, für juristische Personen der maximale Gewinnsteuersatz von 20,5 auf
20 Prozent.

Das Wachstum überraschte die Prognostiker, deren Schätzungen in einer Bandbreite von –0,3 bis 0,2 Prozent lagen. Zum Wachstum hätten die privaten Konsumausgaben (+0,1 Prozent) und des öffentlichen Sektors beigetragen (+1,7 Prozent), vor allem aber die Exporte, teilt das Staatssekretariat für Wirtschaft mit.

Pharma und Chemie als Zugpferd

Und dann gibt es noch eine dritte gute Nachricht: Das Zugpferd der Exporte sind die chemisch-pharmazeutischen Produkte, die gemäss Zollstatistik in den ersten neun Monaten des laufenden Jahres um teuerungsbereinigt 4,1 Prozent zugelegt haben. Die Schweizer Gesamtexporte nahmen in diesem Zeitraum hingegen 0,8 Prozent ab. «Die Region präsentiert sich recht dynamisch», kommentiert Alexis Körber, Ökonom der BAK Basel.

Eine statistische Merkwürdigkeit: Basel führt gemäss der Zollverwaltung (EZV) die schweizerische Exportrangliste an, und zwar mit Abstand. In den ersten neun Monaten lagen die Basler Exporte bei 40,5 Milliarden Franken, schweizweit bei 168 Milliarden. Dies, obwohl in Basel niemals so viele Exportgüter produziert werden. Novartis und Roche beispielsweise stellen in Basel praktisch keine Produkte her. Gemäss EVZ habe dies möglicherweise mit der Adresse des Absenders zu tun.

AG und BL unterbewertet

Die Firma oder der Spediteur exportiert beispielsweise von Novartis Basel. Tatsächlich stammt die Ware aber aus dem Werk Stein im Aargau oder Schweizerhalle. So gesehen stehen der Aargau (8,4 Mrd., –1,4 Prozent nominell) oder Baselland (5,7 Mrd., +1,3 Prozent nominell) in der Exportstatistik zu schlecht da.