Der Optimismus des Basler Verkehrsdirektors Hans-Peter Wessels und seiner Baselbieter Amtskollegin Sabine Pegoraro scheint sich zu bewahrheiten. Es sieht gut aus für das Basler Herzstück, das dereinst den Bahnhof Basel SBB unterirdisch mit dem Badischen Bahnhof verbinden soll.

Anfangs März hatte bereits der Ständerat einstimmig beschlossen, die rund 100 Millionen Franken für die unverzügliche Projektierung des Herzstücks in das 12,8-Milliarden-Gesamtpaket für den Ausbau des Schweizer Bahnnetzes bis 2035 aufzunehmen. Nun zieht die vorberatende Verkehrskommission des Nationalrats nach. Vorbehaltlos stimmt sie der Vorlage zu. Die Ergänzung stelle eine «sinnvolle und zukunftsgerichtete Anpassung des vorliegenden Ausbauschritts» dar.

Zuerst hatte der Bundesrat noch beantragt, das Herzstück wegen des ungenügenden Planungsstands nicht in den Ausbauschritt 2035 aufzunehmen. Mittlerweile kann aber auch Verkehrsministerin Simonetta Sommaruga gut mit der Aufstockung leben. Für die SP-Bundesrätin ist die Vorlage typisch für die Schweiz. «Wir sind bereit, in die Infrastruktur zu investieren. Das ist in anderen Ländern anders: Dort veraltet gerade die Bahninfrastruktur zunehmend.» Zudem solle in der Schweiz das ganze Land etwas davon haben, keine Region werde abgehängt.

Für das Basler Herzstück beinhaltet die Vorlage allerdings erst die Projektierung. Der eigentliche Bau dürfte im nächsten Ausbauschritt bis 2050 enthalten sein. Das Herzstück könne jetzt aber ohne Unterbruch weiter vorangetrieben werden.

Lücken im S-Bahn-Netz schliessen

Das Herzstück gilt als Voraussetzung für eine effiziente S-Bahn und diese wiederum für ein nachhaltiges Wirtschaftswachstum in der Nordwestschweiz. Mit der Aufnahme der Projektierungskosten für das Herzstück in den nächsten Ausbauschritt werde ein «mehrjähriger, volkswirtschaftlich teurer Projektunterbruch» vermieden.

Die geplante Durchmesserlinie ist als S-Bahn-Tunnel mit Haltestellen zwischen dem Bahnhof SBB und dem Badischen Bahnhof angedacht. Dies schlösse Lücken im S-Bahn-Netz und brächte auch dem Fernverkehr Platz. Wie dringend nötig dies ist, zeigte etwa die Entgleisung eines ICE-Zugs in Basel von Mitte Februar.

Das Herzstück ist aber noch nicht alles. Denn in dem Paket enthalten sein soll auch eine Verdoppelung des Bundesbeitrags zur Finanzierung grenzüberschreitender Massnahmen von 100 auf 200 Millionen. Das betrifft neben der seit langem geplanten Elektrifizierung der Hochrheinstrecke unter anderem auch den Bahnanschluss zum Euro-Airport.

Der Ständerat erhofft sich, dass die beiden Projekte dadurch auch in Frankreich und Deutschland Auftrieb erhalten werden. Finanziert werden soll der Ausbau über den Bahninfrastrukturfonds BIF und ist haushaltsneutral. Der Nationalrat wird die Vorlage wohl in der Sommersession beraten.

Ein Durchbruch für die Region

Die Regierungen beider Basel sind erleichtert, dass der Region nun ein «kostspieliger Projektunterbruch» beim Herzstück erspart bleibt. Für die Region wäre die Aufnahme der Durchmesserlinie in das Gesamtpaket auf jeden Fall ein Durchbruch. Denn in der Vorlage ist klar festgehalten, dass das Herzstück der trinationalen S-Bahn im nächsten Ausbauschritt realisiert werden soll. Damit besteht eine gewisse Verbindlichkeit.