Es wäre nicht korrekt, die Niederlage, und somit das Ausscheiden von Manchester United, dem 21-jährigen Madrilenen zuzuschreiben. Aber Tatsache ist, dass der spanische U21-Nationalhüter nie jene Sicherheit ausstrahlte, die sein Antipode Yann Sommer mit seiner natürlichen Souverenität auf seine Vorderleute übertrugt.

Forte meint: «Verdienter Sieg»

Überhaupt musste Sommer selten eingreifen und konnte sich auch nicht mit Glanzparaden auszeichnen. Den ersten Ballkontakt hatte der FCB-Hüter erst nach sechs Minuten, als er einen Rückpass erhielt. Da hatte De Gea bereits zweimal eingreifen müssen. Bei der ersten Intervention boxte er gar unorthodox einen Flankenball weg, beim zweiten Mal durfte er bereits den Ball aus dem Netz holen.

Aufmerksamer Beobachter der Partie war auch Ulli Forte. Der ehemalige Trainer des FC St. Gallen machte beim Einlaufen der beiden Mannschaften diverse Fotos von der Muttenzer Kurve. Und meinte dann nach Abpfiff: «Ein absolut verdienter Sieg des FCB. Ohne Wenn und Aber. Sicher hatte Manchester mehr Spielanteile, doch ich bin von den Engländern, vor allem in spielerischen Belangen, sehr enttäuscht. Sie spulten ihr Pensum stets im gleichen Rhythmus ab. Beeindruckend, wie homogen, kompakt und selbstsicher Basel aufspielte. Rot-Blau ist jedem Schweizer Klub um Meilen voraus», so der Ostschweizer.

Mediales Interesse gross

FCB gegen ManU wurde auch medial weltweit verfolgt. Und die renommierte «Gazzetta dello Sport», in Italien schlicht die rosarote Fussball-Bibel, begnügte sich nicht mit einem Agenturbericht, sondern entsandte gleich einen Redaktor nach Basel. Auf die Titel, welche Überschrift er nehmen werde, meinte der Italiener lachend: «Das überlasse ich der Redaktionsstube in Mailand. In meinem Bericht werde ich schreiben, dass das angeblich kleine Basel den vermeintlichen Riesen Manchester United aus dem Wettbewerb gekippt hat. Mit einer Stilsicherheit und einem Selbstverständnis, das mich absolut überrascht, und beeindruckt, hat», so der Fussball-Experte.

«Ich habe das Finale der U21-EM in Dänemark gesehen. Mir fielen drei Spieler bei den Schweizern auf». Und nannte, nicht überraschend Yann Sommer, Granit Xhaka und Xherdan Shaqiri, die gestern um 22.37 Uhr ausgelassen auf dem Rasen des St. Jakob-Park tanzten. Zu diesem Zeitpunkt war Europameister De Gea längst in der Garderobe entschwunden.