Unverpixelte Bilder

Die Staatsanwaltschaft nimmt Fahndungsbilder vom Netz

Sechs Wochen lang suchte die Staatsanwaltschaft per Internet Verdächtige. Mit mässigem Erfolg.

Die Gesichter von zwanzig Männern suchte die Staatsanwaltschaft Basel-Stadt auf öffentlichen Fahndungsbildern. Im Internet. Für alle einsehbar. Nun hat die Staatsanwaltschaft die Bilder vom Netz genommen. Es waren die Gesichter von Männern, die mutmasslich an einer unbewilligten Kundgebung am 24. November 2018 teilgenommen haben und denen Straftaten vorgeworfen werden.

Die unbewilligte Demonstration war ein Protest gegen eine bewilligte Kundgebung von Rechtsextremisten in Basel. Seither habe die Staatsanwaltschaft gegen insgesamt 35 Erwachsene und zwei Jugendliche ermitteln können. Die Staatsanwaltschaft habe verschiedene Verfahren eingeleitet, unter anderem wegen Verdachts des Angriffs, des Landfriedensbruchs, der Körperverletzung und der Rassendiskriminierung.

Dank dem Einsatz der öffentlichen Fahndung im Internet hätten sich bis jetzt von den zwanzig gesuchten Männern lediglich drei Personen selber gemeldet. Zwei weitere hätten aufgrund von Hinweisen Dritter identifiziert werden können. Trotz eher bescheidenem Erfolg hat die Staatsanwaltschaft die Bilder vom Netz genommen.

Auf Nachfrage sagt der Mediensprecher Peter Gill: «Die Fahndung läuft nach wie vor. Analog der letzten Fahndung bei Hooligans wurden die Fotos jedoch ebenfalls nach rund vier bis sechs Wochen vom Netz genommen. Ob nach vier Wochen weitere Hinweise bzw. Selbstmeldungen erfolgen, ist nicht anzunehmen.»

Nachdem bekannt geworden war, dass die Staatsanwaltschaft per Internet die Verdächtigen suchen werde, lancierte der «Graue Block» eine Protestaktion. Dabei ging der Demonstrationszug auf den Claraposten, um dort in einer Selbstanzeige mitzuteilen, dass er ebenfalls an der Demo teilgenommen habe. «Die Selbstanzeigen werden zurzeit bearbeitet. Sämtliche Fälle werden jedoch nach Priorität behandelt, d. h. Haftfälle und schwere Delikte zuerst», sagt Peter Gill. Da man nicht von schwerwiegenden Selbstanzeigen ausgehen muss, werden diese eher nicht prioritär behandelt.

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