Beinahe 80 Jahre lang hat sich auf der Oekolompad-Matte kaum etwas geändert. Generationen haben dort Fussball gespielt, auf dem Rundweg rings um die Matte das Velofahren erlernt sowie Schaukel und Klettergerüst intensiv genutzt. Irgendwann mal wurde die stählerne Kletteranlage durch eine hölzerne ersetzt. Ein Pingpong-Tisch und eine Street-Basketball-Anlage kamen auch dazu. Damit hatte es sich. Der Attraktivität der Matte tat dies keinen Abbruch: Doch jetzt wird mit der grossen Kelle angerührt. 4,35 Millionen Franken hat der Grosse Rat letzte Woche für die Aufwertung des in die Jahre gekommen Parks gesprochen.

Davon entfallen alleine 2,85 Millionen auf die eigentliche Umgestaltung des Parks samt Spielplatz. Auf Wunsch des Quartiers werde auch eine Buvette beziehungsweise eine sogenannte «Kindertankstelle» errichtet. Obwohl sich gegenüber der bz niemand öffentlich äussern wollte, ist auch Kritik zu vernehmen. Viel zu teuer sei die Umgestaltung. Bis jetzt habe die Oekolompad-Anlage als Spielplatz ja gut funktioniert.

Ständige Erneuerung nötig

Zuständig für die rund 60 Basler Spielplätze ist die Stadtgärtnerei. Deren Leiter, Emanuel Trueb, verweist darauf, dass die Spielanlagen aus sicherheitstechnischen Gründen etwa alle 15 Jahre erneuert werden müssen. Ausserdem müssten die alten Spielplätze attraktiver gemacht und den aktuellen Spielbedürfnissen angepasst werden. Laut heutigen gesetzlichen Standards sollten die Spielplätze auch für Kinder mit Behinderungen benutzbar sein. Der Kanton lege Wert auf sichere, gut gestaltete und kindgerechte Spielplätze. «Wir wollen keine 08/15-Spielplätze», so Trueb: Dies lässt sich Basel auch was kosten. So sprach der Grosse Rat 2007 einen Rahmenkredit von rund 5,3 Millionen Franken für die Erneuerung der Basler Spielplätze. Im Fall der Oekolompad-Matte entstammen 662 000 Franken dem Rahmenkredit, der damit bis auf 300 000 Franken fast völlig aufgebraucht ist. Der Rest der Kosten wird aus dem sogenannten «Mehrwertabgabe-Fonds» beglichen. Bauherren leisten dabei eine Abgabe zur Schaffung von Grünflächen.

Spielplätze nicht nur für Kinder

Generell würden heute andere pädagogische Anforderungen an Kinderspielplätze gestellt als früher. «Kinder sind heute tatsächlich eher wohlbehütet», bemerkt Emanuel Trueb. Viele bewegten sich zu wenig und kämen in unserer Plastikwelt zu wenig mit der natürlichen Umwelt in Kontakt. Der Bezug zu natürlichen Materialien wie Sand, Holz, Wasser, aber auch Metall sei daher ebenso ein Anliegen wie die Bewegungsförderung. Kostentreibend ist sicher auch die Tatsache, dass Spielplätze heute nicht nur mehr für Kinder da sind.

«Wir haben in unserer Sammlung Bilder von Spielplätzen. Wenn ich die Fotos von vor etwa 60 Jahren anschaue, dann fällt auf, dass auf 50 bis 60 spielende Kinder vielleicht ein bis zwei Erwachsene kommen. Heute ist es ein Erwachsener auf zwei Kinder. Kinder werden heute eng begleitet und beaufsichtigt. Deshalb muss ein Kinderspielplatz auch für Erwachsenen ein Ort sein, an dem sie sich gerne aufhalten», erklärt Trueb. Entsprechend hat die Stadtgärtnerei mit der Stiftung «Hopp-la» und dem Basler Sportamt ein generationenübergreifendes Bewegungs-Konzept entwickelt. Erste Geräte für Kinder und Erwachsene sind im Schützenmattpark aufgestellt worden. Der Trend geht also hin zu «Generationen-Spielplätzen», die alle paar Jahre den neusten Anforderungen angepasst werden müssen.