Es klingt nach einer Win-win-Situation: «Die Gemälde des Rudolf Staechelin Family Trust kehren nach Basel zurück», verkündet die Fondation Beyeler stolz. Ein Leihevertrag sehe vor, «dass 19 Gemälde des Trusts künftig periodisch in der Fondation ausgestellt oder dem Publikum durch Unterleihe in der Schweiz oder im Ausland zugänglich gemacht werden.»

Damit dürfte wieder etwas Ruhe einkehren in die bewegte Geschichte der Sammlung Staechelin. 1997 hatte die Familienstiftung nach jahrzehntelanger Treue 17 impressionistische Meisterwerke aus dem Kunstmuseum Basel abgezogen und nach Texas verlegt. Sie reagierte damit auf die Unterzeichnung der Unidroit-Konvention zur Bekämpfung des illegalen Handels mit Kulturgütern durch den Bundesrat und wollte die Ratifizierung durch die Schweiz verhindern. Jene 17 Werke der Stiftung hinterliessen eine «kaum zu schliessende Lücke im Bestand des Kunstmuseums», wie die Öffentliche Kunstsammlung Basel und das Basler Erziehungsdepartement damals mitteilten.

Seit 2017 nicht mehr ausgestellt

2002 kehrte die Sammlung ins Kunstmuseum zurück, bis der Leihvertrag 2015 auslief. In der Folge ging sie zuerst nach Madrid und danach nach Washington. Seit 2017 waren die Werke nicht mehr ausgestellt. Sie wurden in einem nicht genannten Lager versorgt, nachdem man sich nicht mit dem Kunstmuseum Basel einigen konnte über die Verteilung der Kosten. Das Museum hatte zwar von der Zugkraft der Bilder von Cézanne, van Gogh, Picasso oder Monet profitiert, diese Kunstwerke aber auch jahrzehntelang unentgeltlich gehegt und gepflegt. Wie Josef Helfenstein vom Kunstmuseum Basel betont, habe man zudem die hohen Versicherungskosten übernommen, den Kunstwerken Sicherheit gewährt und so zu deren Wertsteigerung beigetragen.

Der Deal war aus Sicht der öffentlichen Kunstsammlung einseitig, man trug hohe Kosten und Risiken, konnte aber keinen bleibenden Gewinn erwarten. Das Kunstmuseum musste etwa mitansehen, wie Paul Gauguins «Nafea faa ipoipo», um das man sich lange gekümmert hatte, 2015 von der Sammlung Staechelin für geschätzte 210 Millionen Dollar an den Emir von Katar verkauft wurde.

Im Februar 2017 wurden die Sondierungsgespräche über eine Rückkehr der Werke ins Kunstmuseum ganz eingestellt. Zugeschlagen hat die Fondation Beyeler. Museumsdirektor Sam Keller zeigt sich glücklich, dass die Bilder, die Generationen von Baslern ans Herz gewachsen seien, wieder öffentlich zugänglich würden. Ist die Fondation Beyeler demnach bereit, zehn Jahre lang Kosten und Risiken alleine zu tragen? Nachfragen zum Leihevertrag, sprich den Konditionen und Details, wurden am Montag nicht beantwortet. Man könne zum jetzigen Zeitpunkt keine weiteren Informationen zur Verfügung stellen, hiess es von beiden Seiten.

Was hingegen schon feststeht und öffentlich gemacht werden darf: Die Fondation Beyeler wird die Staechelin-Werke im Herbst 2019 zeigen, im Rahmen einer Sammlungspräsentation.