Herzog & de Meuron

Die Star-Architekten auf Basler Einkaufstour

Die Architekten Jacques Herzog (l) und Pierre de Meuron. (Archivbild)

Die Architekten Jacques Herzog (l) und Pierre de Meuron. (Archivbild)

Die Architekten Jacques Herzog und Pierre de Meuron besitzen zahlreiche Liegenschaften in ganz Basel. Die neueste Akquisition ist ein saniertes Beton-Mehrfamilienhaus in Rheinnähe.

Die Architekten Jacques Herzog und Pierre de Meuron sind ihrer Stadt tief verbunden. Dies auch als Immobilienbesitzer, wie ein Streifzug durch das Grundbuchregister zeigt. So gehören dem symbiotischen Architektenduo als Privatpersonen nicht nur das Geviert im St. Johann, wo ihre Weltentwürfe entstehen, sondern auch zahlreiche auf die Stadt verteilte Liegenschaften.

Die neueste Akquisition ist ein saniertes Beton-Mehrfamilienhaus in Rheinnähe an der Oetlingerstrasse samt Kita, gekauft von einer Novartis-Stiftung für Erziehung, Ausbildung und Bildung. Vor vier Jahren ist das Duo bereits am anderen Ende der gleichen Kleinbasler Strasse fündig geworden. Es kaufte ein Jugendstilhaus mit fünf Wohnungen und einem Laden im Erdgeschoss. Darin hat sich heute ein Plattenlabel eingemietet.

Ausgeschrieben war das Haus für einen Minimalpreis von 1,5 Millionen Franken und einem jährlichen Mietzinsertrag von 80'000 Franken. In die Haus-Sammlung gehören architektonische Besonderheiten wie das Pirelli-Tyrell-Haus an der St. Jakob-Strasse oder eine alte Villa mit Umschwung an der Hammerstrasse beim Wettsteinplatz. Diese liessen die Architekten von Barbara Buser zwischennutzen, bis die Baubewilligung für die Sanierung der Villa und einem Neubau im alten Garten bewilligt war.

Was ist die Strategie?

Herzog und de Meuron übernehmen Immobilien nach einem nicht erkennbaren Muster. In den einen wohnen sie, in anderen haben sie ihren Bürokomplex eingerichtet. Eine dritte Kategorie hat architektonischen Charme und Wert. Eine vierte bietet die Möglichkeit, sich darin architektonisch zu verwirklichen. Auf Anfrage sagen die Architekten in einer gemeinsamen Stellungnahme: «Wie andere Baslerinnen und Basler auch investieren wir in Liegenschaften in unserer Heimatstadt. Wir verfolgen dabei keine eigentliche Strategie, sondern bewerten eine Liegenschaft und ihr Potenzial von Fall zu Fall.»

Das Potenzial offenbart sich in einzelnen Fällen nur den wahren Experten. In diese Kategorie gehört etwa eine Liegenschaft hinter dem Messekomplex. Ihr Vorteil ist, dass sie unmittelbar an den Landhof grenzt, den Urgefilden des von Jacques Herzog hoch verehrten FC Basel. Die Schwierigkeit, darin ein Geschäft zu betreiben, musste die Galerie Freymond Guth erfahren, die dafür extra von Zürich nach Basel zügelte und nach einem Jahr wieder aufgab.

Eine besondere Perle ist auch ein Appartementhaus an der Schützenmattstrasse, das seit knapp drei Jahren den Architekten gehört. Die meisten Liegenschaften halten Herzog und de Meuron als Privatpersonen. Neuerdings gründen sie einzelne Firmen, die sie mit den Initialen ihrer Vornamen zieren. Eine solche Firma hält auch Baugrund jenseits der Kantonsgrenze in Allschwil. Was in Nachbarschaft zum neuen Tropeninstitut entstehen wird, soll im kommenden Frühjahr klar werden. (cm)

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