Wenn die beiden Basel partnerschaftlich ein Grossprojekt vorantreiben, dann schlägt jeweils die Stunde der Erbsenzähler. Beim Herzstück, dem Jahrhundertprojekt zum Ausbau der Regio-S-Bahn, sitzen die Kleinkrämer für einmal in der Stadt: Das Herzstück bringe Basel keinen Nutzen, heisst es ganz links und ganz rechts im politischen Spektrum. Mit Verlaub: Das ist Unsinn.

Selbst wenn kein einziger Stadtbasler dereinst die neue Durchmesserlinie unter der Innenstadt benutzen würde – wovon nicht auszugehen ist –, so würde alleine der indirekte Nutzen für die Stadt den Bau rechtfertigen. Weil die Pendler aus dem Umland – aus dem Baselbiet, dem Elsass und Südbaden – dann mit der S-Bahn statt mit dem Auto an ihren Arbeitsplatz in Basel fahren. Weil die Basler Unternehmen wegen der besseren Erreichbarkeit florieren. Weil die Innenstadt dank des Stadttunnels vom Tramverkehr entlastet wird. Weil dann die Kapazitäten im Fernverkehr ausgebaut werden können.

Ein Nein zum Herzstück gefährdet sowohl die Standortattraktivität der Region Basel als auch deren Entwicklung als Lebensraum. Die Nutzen-Debatte wirkt kurios und weltfremd. Auch deshalb, weil die Investitionen von 1,2 bis 2 Milliarden Franken nicht von den beiden Basel, sondern vom Bund getragen werden müssten. Über die kleingeistigen Scharmützel zwischen Stadt und Land werden sich einige freuen: Vertreter anderer Schweizer Agglomerationen, die nicht Nein sagen, wenn ihre Verkehrsprojekte mit Bundesmitteln in Milliardenhöhe alimentiert werden.