Krankenversicherung
Die Sympany erzielt mehr Gewinn mit weniger Versicherten

Zum dritten Mal in Folge weist die Basler Krankenversicherung Sympany einen höheren Unternehmenserfolg aus, er beläuft sich auf 37,2 Millionen Franken, nach 23,6 und 17,5 Millionen in den Vorjahren. Geschuldet ist das einerseits den höheren Prämien (im obligatorischen Bereich), andererseits tieferen Kosten.

Stefan Schuppli
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Am Sonntag gab die Sympany ihre Zahlen vom vergangenen Jahr bekannt.

Am Sonntag gab die Sympany ihre Zahlen vom vergangenen Jahr bekannt.

Keystone

Das fast um 5 Prozent gestiegene Prämienvolumen im Jahr 2015 ist in erster Linie dem Kundenzuwachs von 2014 auf 2015 zu verdanken, kommentiert Sympany die Medienmitteilung vom Sonntag.

«Sympany präsentiert sich als finanziell solides Unternehmen, das seine Weiterentwicklung zuversichtlich angehen kann», wird CEO Ruedi Bodenmann in der Mitteilung zitiert. Die Nettoleistungen von Sympany stiegen parallel zu den Gesundheitskosten um 1,8 Prozent und beliefen sich 2015 auf 835 Millionen Franken.

Firmen ziehen Leine

Trotzdem schien das vergangene Jahr nicht ganz problemlos. Denn die Versichertenzahl reduzierte sich um 3,4 Prozent. Noch stärker ging die Zahl der Firmenkunden zurück, nämlich 27,3 Prozent.

Was ist passiert? Sympany ist, salopp gesagt, über die Bücher und hat geschaut, ob die Prämien verschiedener Gruppen von Versicherten auch deren Risiken entsprechen. Und man stellte fest: Das ist nicht immer der Fall. Bisher war es so, dass Prämien aufgrund der Kosten in der Vergangenheit festgelegt wurden. Ein Beispiel aus dem Bereich Lohnausfall: Wenn in einem Betrieb plötzlich ein Krebsfall auftrat, hatte dies für die Firma eine starke Prämienerhöhung zur Folge. Das widerspricht dem Versicherungsgedanken, sagt Sympany-Sprecherin Jacqueline Perregaux. Ein Krebsfall hat kaum etwas mit Selbstverschulden zu tun.

Hohes Risiko, hohe Prämie

Konkret fällt bei einem Schadenfall die Prämienerhöhung nur moderat aus, während umgekehrt auf Schadenfreiheit die Prämie auch nur moderat gesenkt wird. Oder kurz: Kunden mit geringerem Risiko zahlen eine tiefere Prämie, während Kunden mit grösserem Risiko eine höhere Prämie bezahlen.

Im Bereich der Privatpersonen mussten eher ältere Personen mit Aufschlägen rechnen oder Versicherungsnehmer mit besonderen Zusatzversicherungen (z. B. Spital halbprivat oder privat). Gesundheitliche Merkmale wie zum Beispiel Raucher, Diabetiker etc. spielen bei der Prämienfestsetzung keine Rolle.

«Auf dem richtigen Weg»

Im Verwaltungsdeutsch heisst das so: «Im Interesse der Kundinnen und Kunden eliminierte Sympany darum explizit Quersubventionierungen nicht rentabler Bereiche, da dies dazu führen würde, dass wenige Versicherte auf Kosten der Mehrheit profitieren würden. Sympany ist überzeugt von der Richtigkeit dieses Weges, sorgt er doch langfristig für Stabilität und Kontinuität sowohl im Privat- wie auch im Unternehmenskundengeschäft.» Teilweise wurden auch Rabatte reduziert. Wie die rückläufigen Versichertenzahlen zeigen, wurde das offenbar nicht überall goutiert.

Bei Sympany ist man überzeugt, auf dem richtigen Weg zu sein. «Die neue, risikogerechte Tarifierung ist dem kostenbasierten Tarif gegenüber überlegen, da sie fair, nachvollziehbar und verständlich ist. Früher oder später würden sich risikogerechte Prämien auch bei anderen Krankenversicherungen durchsetzen, sagt die Sympany-Sprecherin. Man gehe davon aus, dass die Abgänge kurzfristig seien.

Sympany beteiligt ihre Kundinnen und Kunden via Überschussmodell direkt am Erfolg des Unternehmens. Entsprechend werden Mehreinnahmen an die Versicherten erstattet, wenn die Kosten für medizinische Behandlungen tiefer ausfallen als bei der Prämienfestsetzung erwartet.

2015 konnten dem Fonds 7,8 Millionen zugewiesen werden, im Vorjahr 1,8 Millionen Franken.

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