«Cats»
Die tanzenden Büsis sind wieder in Basel

Die beliebtesten Katzen der Welt gastieren ab Dienstag mit einer überarbeiteten Version des Musicals in Basel. Im Musical Theater sind Andrew Lloyd Webbers Büsis bereits zum zweiten Mal zu sehen.

Céline Feller, Mailand
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«Cats» im Musical Theater Basel
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Die Edelkatze Victoria ist es, die alle anderen Jellicle Cats mit ihrem Tanz zur Teilnahme am Jellicle Ball auffordert.
Auch wenn die Katzen vermenschlicht wurden, erinnern ihre geschmeidigen Bewegungen tatsächlich an die Vierbeiner.
Auch wenn die Katzen vermenschlicht wurden, erinnern ihre geschmeidigen Bewegungen tatsächlich an die Vierbeiner.
Auch wenn die Katzen vermenschlicht wurden, erinnern ihre geschmeidigen Bewegungen tatsächlich an die Vierbeiner.
Die singenden Katzen sind noch bis zum 22. Mai im Musical Theater Basel zu sehen.
Die singenden Katzen sind noch bis zum 22. Mai im Musical Theater Basel zu sehen.
Die singenden Katzen sind noch bis zum 22. Mai im Musical Theater Basel zu sehen.

«Cats» im Musical Theater Basel

Alessandro Pinna

Es ist Mitternacht in London. Es ist ruhig und dunkel, einzig ein Schrottplatz ist zu erkennen, in mystische Stimmung getaucht vom Mondlicht. Von allen Seiten schleichen sich kaum hörbar die Jellicle Cats an, um sich zu ihrem alljährlich stattfindenden Ball zu treffen. An diesem speziellen Tag bewerben sich alle Katzen beim Sippenältesten, Old Deuteronomy, für die Reise zum Katzenhimmel «Heavyside Layer», die ihnen die Wiedergeburt in ein neues Leben verspricht.

So beginnt das Musical «Cats», das ab Dienstag fünf Wochen lang im Musical Theater Basel gastiert. Die Produktion mit der Musik von Andrew Lloyd Webber ist eine der am längsten laufenden Shows am Broadway und am Londoner West End. Uraufführung feierte das Stück mit den beliebtesten Katzen der Welt bereits 1981. Nun ist das Musical zum zweiten Mal nach 2005 in Basel zu Gast.

Mehr Show als Musical

Während der zwei Stunden und 50 Minuten dauernden Show stellt sich nach und nach jede Katze vor. Jede mit ihrem eigenen Tanzstil und einer zu ihrem Charakter passenden Musik. So finden bei «Cats» diverse Tanzstile Platz: vom Ballett über Modern und Jazz – bis hin zum Hip-Hop. Denn Cats wurde überarbeitet und wartet mit drei neuen Songs auf, einer Neuinterpretation des Katers Rum Tum Tugger, der Hip-Hop tanzt und rappt, sowie einer italienische Arie, gesungen im Duett von Growltiger und Griddlebone.

Das führt zu einer grossen musikalischen und tänzerischen Vielfalt, aber auch dazu, dass es keinen wirklichen roten Faden und keine Hauptrolle gibt. «Cats» ist mehr Show als Musical, ohne wirkliche Dialoge oder Erklärstücke. Wer die Geschichte begreifen will, muss also entweder gut Englisch verstehen und genau zuhören oder sich vorher bereits mit der Story auseinandersetzen. Denn ansonsten würden auch Details wie die Bedeutung vom Begriff «Jellicle Cats» oder der Dreifach-Namen einer jeden Katze untergehen.

Auch wenn die Show vielleicht etwas weniger mitreissend ist als «Lion King» oder «Grease» – auch, weil weniger Songs von Cats bekannt sind –, die Show fasziniert. So sind es die speziellen Charaktere, die das Stück so speziell machen. Der ungestüme Rum Tum Tugger, der durch seine Kleidung und sein Auftreten mehr von einem Rapper in einem Musikvideo hat als von einer angeblichen Katze. Oder Grizabella, die auch als Schatten ihrer selbst noch unverkennbar die Glamourkatze ist und mit ihrer glockenhellen Stimme für den grössten Gänsehaut-Moment sorgt, wenn sie das weltbekannte «Memory» performt, das an alles andere als an Katzenmusik erinnert. Oder Mr. Mistoffelees, der schüchterne Zauberkater, dessen elektrisierender Tanz eines der Highlights der Show ist.

Katzen hautnah erleben

Sowieso weiss der Tanz zu begeistern. Obwohl die Katzen so personifiziert worden sind, dass sie mehr menschliche als tierische Züge haben, erinnern ihre Bewegungen und die Leichtigkeit ihrer Schritte stark an die Vierbeiner. Die Schritte der Tänzer sind nie zu hören, sie streunen und schleichen wie echte Katzen über die Bühne – oder durchs Publikum. Denn die Darsteller laufen immer wieder quer durch den Saal und ermöglichen den Zuschauern so einen genaueren Blick auf ihre kunstvoll und aufwändig bemalten Gesichter und die ebenso detailliert geschneiderten Kostüme, die von Katze zu Katze unterschiedlich sind.

Spannung bringt der Streit mit Macavity, dem Gegner der Jellicle Cats, dem Al Capone der Katzenwelt, der Scotland Yard seit Jahren zu schaffen macht. Immer wieder versucht der Bösewicht, den Jellicle Ball zu stören und den guten Katzen ihre Feier zu versauen. Das gelingt ihm aber nur bedingt. Trotz seiner Störmanöver stellen sich die Katzen einzeln vor und machen Old Deuternomoy die Wahl schwer, wer in den Katzenhimmel kommen soll. Auch die Frage, wen er auserwählt, hält die Spannung hoch. Bis zum Schluss. Und es lohnt sich, darauf zu warten, denn die auserwählte Katze bedankt sich gesanglich und liefert einen der Höhepunkte der ganzen Show.

«Cats» Die englische Originalversion, 19. April bis 22. Mai im Musical Theater Basel. Dienstag und Mittwoch jeweils 18.30 Uhr, Donnerstag und Freitag jeweils 19.30 Uhr, Samstag 14.30 und 19.30 Uhr und Sonntag 13.30 und 18.30 Uhr.
Weitere Infos: www.musical.ch