Jubiläum
Die trinationale Informationsstelle Infobest Palmrain feiert 20. Geburtstag

Die Anlaufstelle für Auskünfte zum Leben im Dreiland feiert heute sein 20-jähriges Bestehen. Die Einrichtung fungiert als Scharnier zwischen Deutschland, Frankreich und der Schweiz. Die meisten Anfragen gehen asu Frankreich ein.

Peter Schenk
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Infobest befindet sich in der umgebauten alten französischen Zollanlage neben der Palmrainbrücke.

Infobest befindet sich in der umgebauten alten französischen Zollanlage neben der Palmrainbrücke.

Zur Verfügung gestellt

Heute feiert die trinationale Informationsstelle Infobest Palmrain ihr zwanzigjähriges Bestehen. Trotz Internet ist die Einrichtung nötiger denn je. «Im Jahr 2012 hatten wir 8000 Anfragen und sind am Limit des Möglichen angelangt», sagt der Schweizer Mitarbeiter Marc Borer. Im Netz würden auch viele Halbwahrheiten zirkulieren.

Scharnierfunktion zur Verwaltung

Infobest Palmrain befindet sich im ehemaligen französischen Zollgebäude an der Palmrainbrücke zwischen Weil am Rhein und Village-Neuf. Die Einrichtung, bei der je ein Mitarbeiter aus den drei Ländern sowie eine Assistentin arbeiten, nimmt die Rolle einer mittlerweile gut geölten Scharnierfunktion zur Verwaltung ein – im Laufe der Jahre entwickelten sich die Kontakte ausgezeichnet.

Sind Probleme oder Fragen mit deutschen Behörden abzuklären, übernimmt das der deutsche Mitarbeiter. Genauso läuft es für die anderen.

Am Anfang wurden viele Statistiken, Abläufe und auch Adressen abgefragt. Das hat sich mit dem Internet geändert. Auch Fragen zum Zoll haben stark abgenommen. «Heute sind die Fragen viel komplexer. Es geht zum Beispiel oft um Steuern oder Familienzulagen, um rechtliche Fragen», sagt Borer.

Schweizer erkundigen sich vor allem zu Umzug, Doppelwohnsitz und Arbeitsplatz. Schweizer Firmen interessieren sich dafür, was sie machen müssen, um Mitarbeiter nach Frankreich zu schicken oder in der EU Dienstleistungen zu erbringen. Mit 86 Prozent kommt heute die Mehrheit der Anfragen von Privatpersonen, 1994 waren es 65,5 Prozent.

Bis Ende 1998 wurde Infobest Palmrain zu 40 Prozent im Rahmen von Interreg mit EU-Geldern finanziert. Heute wird das Jahresbudget von zuletzt 291'000 Euro zu gleichen Teilen von den Partnern aus der Schweiz, Deutschland und Frankreich getragen.

Mit Abstand die meisten Anfragen kommen mit 56 Prozent aus Frankreich, gefolgt von Deutschland mit 30 Prozent und der Schweiz mit 9 Prozent. Logischerweise führt das bisweilen zu Fragen, warum die Schweiz sich zu einem Drittel an den Kosten beteiligen muss. Marc Borer betont allerdings: «Die Schweiz ist mit Abstand das Land, zu dem die meisten Fragen gestellt werden. Wir filtern die Leute und ersparen der Schweizer Verwaltung deutlich Arbeit.» Ausserdem profitiere der Schweizer Arbeitsmarkt von der Infobest-Tätigkeit.

Kein Rechtsanspruch

Ein Rechtsanspruch erwächst aus einer Infobest-Auskunft allerdings nicht. Will heissen: Für eine rechtsverbindliche Auskunft muss man noch bei der zuständigen Stelle oder Behörde nachfragen. Infobest kann aber Ansprechpartner nennen.

Zum Jubiläum gibt es heute von 11 bis 13 Uhr einen Empfang, gefolgt von 13 bis 18 Uhr mit einem Tag der offenen Tür.

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