Vergangene Woche gab es Post von der Basler Kantonalbank. In einer hübschen kleinen Broschüre preist die Staatsbank ihre neuen «Bankpakete» von unterschiedlichem Umfang an – und dies zu einem «attraktiven Fixpreis», wie es im Begleitbrief an die Bankkunden heisst. Diese Fixpreis-Pakete kosten zwischen 13 und 39 Franken pro Monat und beinhalten je nach Paket die Gebühren für zwei bis acht Konten, BKB-Maestrocard und Visa-Kreditkarte unterschiedlichen Standards, eine Anzahl von Zahlungsaufträgen und Geldbezügen am Schalter, gratis BKB-Freizeitgutscheine etc. Doch dann springt auch ein zweiter Begleitbrief ins Auge und dort die 60-fränkige Pauschalgebühr pro Konto.

Auch ich bin Kunde besagter Bank, und ich stutze einen Moment. Wie ich mich aber erinnern konnte, hatte ich bis anhin für meine beiden Konti, ein Privatkonto und Mietzinskonto bisher kaum etwas bezahlt – nur gerade eine Abschlussgebühr von 20 Franken und kaum ins Gewicht fallende Portospesen. Warum sollte ich plötzlich das Dreifache bezahlen?

Dass mir nur die Abschlussgebühren berechnet werden, habe damit zu tun, dass ich noch andere Konti bei der BKB habe und die Mindestgrenze von 10'000 Franken erreiche, meinte eine freundliche Kundenberaterin. Hätte ich nur das eine Konto mit einem Betrag von, sagen wir 3000 Franken, würde ich aber schon heute diese 60 Franken entrichten, sagte sie. In meinem Fall werde ich zwar 12 Franken pro Jahr bezahlen, aber dafür keine Buchungs- und Abschlussgebühren (20 Franken) mehr – also kein Aufschlag! Uff.

Ja, es stimme, diese Einzeldienstleistungen richten sich an jene, die auf ein «Paket» verzichten wollen, weil sie beispielsweise bereits eine Maestro- oder Kreditkarte bei einer anderen Bank besitzen. Die Liste der Einzeldienstleistungen sei etwas verkürzt und vereinfacht worden. Meine Frage: Hätte die BKB nicht eine «Vorher-nachher»-Tabelle machen können, wo alles aufgelistet gewesen wäre? – Es sei halt alles etwas «kompliziert» und man habe in dem Brief nicht alle verschiedenen Fälle im Detail erklären können. Das wäre zu weit gegangen und zu unübersichtlich geworden … Man müsse sich halt an eine Kundenberaterin oder einen Kundenberater wenden – diese seien geschult und wüssten Bescheid. Der gesamte Gebührenkatalog, der auf www.bkb.ch zu finden ist, wird übrigens derzeit überarbeitet.

Der neue Tarifkatalog hat ohne Zweifel auch eine erste, abschreckende Wirkung, wie ich an mir selbst feststellen musste. Wenn ich beispielsweise nur ein kleines Konto hätte, müsste ich mir ernsthaft überlegen, die Bank zu wechseln. Dumm nur: Die anderen Banken kennen diese Einschränkungen auch, und es ist ein riesiger Aufwand, die Spesen miteinander zu vergleichen (die bz wird darauf zurückkommen). Die Banken wollen heute, dass ihre Kunden möglichst grosse Konti haben und viele Dienstleistungen beziehen. Begründen tun das die Banken mit dem laufend gestiegenen «regulatorischen Aufwand» pro Kunde. Das sei vom Gesetzgeber vorgeschrieben.

Fazit: Wenn man dieses Geschäftsmodell zu Ende denkt, haben Kleinsparer in dieser Welt keinen Platz mehr. Sie müssen im Prinzip ihr Geld unter die Matratze tun. Die Frage ist nur, ob nicht gerade eine Kantonalbank, die immerhin Staatsgarantie besitzt, ein Herz für Kleinstkunden haben könnte. Man kann sich ja spasseshalber mal ausrechnen, was die Führung von, sagen wir 10'000 solcher Kleinkonten kostet. 100 Franken pro Konto? Da kämen wir auf eine runde Million. Oder ein Siebzigstel des Jahresgewinns der BKB.