Forschung

Die Uni Basel baut im Rosental – jetzt sind die Chemie-Forscher näher bei Roche

Im Rosental-Quartier plant Basel-Stadt hochmoderne Uni-Gebäude.

Im Rosental-Quartier plant Basel-Stadt hochmoderne Uni-Gebäude.

Das Areal Rosental Mitte wird in den nächsten Jahren ein neues Gesicht bekommen. Heute schwebt etwas Düsteres über dem geschlossenen Firmen- und Forschungsareal. In den nächsten zwei Jahrzehnten wird Leben einkehren in Form von Läden, Restaurants, Cafés und Sporteinrichtungen.

Unbekannt war bisher, dass die Basler Universität gleich das ganze Departement Chemie ins Kleinbasel verlagern will. Immobilien Basel-Stadt plant im Nordosten des Gevierts für 170 Millionen Franken einen Laborbau, wie aus einer Ausschreibung hervorgeht.

Knapp die Hälfte ist schon ins Rosental gezügelt

Bereits heute befinden sich Teile des fragmentierten Chemie-Departements im Entwicklungsgebiet. Sieben von 16 Forschungsgruppen, also etwas weniger als die Hälfte der insgesamt 350 Doktoranden, haben ihren Arbeitsort bereits nach der Schliessung der Abteilung an der Spitalstrasse im St. Johann gewechselt. An den anderen Standorten am Klingelberg und am St. Johanns-Ring wird immer noch geforscht, auch wenn die Gebäude in die Jahre gekommen sind.

2021 soll die Ausschreibung für das neue Gebäude vorgenommen werden. Eigentümer bleibt der Kanton, der die Räumlichkeiten vermietet. So kann die Regierung in Eigenregie beschliessen, Geld für dieses Grossprojekt auszugeben. Der 170-Millionen-Bau soll nur zum temporären Zuhause der Chemie-Studenten werden. Geplant ist schon jetzt ein Rückzug auf das Schällemätteli, wo die Uni neue Gebäude und eine Zentralisierung des Departements Chemie anstrebt. Der Planungshorizont für dieses Projekt liegt bei 25 bis 30 Jahren. Offiziell heisst es bei Immobilien Basel-Stadt auf Anfrage, die Räumlichkeiten könnten «nach einem späteren Auszug des Departements Chemie für weitere Nutzungen vermietet werden, zum Beispiel an Start-Ups.» Der Leiter des Departements Chemie, Olaf Lips, freut sich in erster Linie darüber, dass die verschiedenen Forschenden künftig näher beieinander seien. Die Synergien seien vorhanden, «auch wenn es nur darum geht, auf dem Flur etwas miteinander zu besprechen.» Er kann dem Umzug ins Rosental-Areal deshalb nur Positives abgewinnen.

5000 Arbeitsplätze entstehen im Rosental

Bezugstermin des neuen Laborbaus wird für 2026 angestrebt, wie Barbara Rentsch von Immobilien Basel-Stadt sagt. «Es ist dies ambitioniert und hängt vom Verlauf der Planung Rosental Mitte ab», meint sie. Im Vergleich dazu hat sich Basel-Stadt für die Transformation des gesamten Areals einen etwas weniger sportlichen Zeitplan auferlegt: «In den kommenden Jahrzehnten», so ist einer Medienmitteilung vom Januar zu entnehmen, sollen hier bis zu 2200 Menschen wohnen und 3000 bis 5000 Menschen arbeiten. Zum Anspruch, ein gut durchmischtes Quartier zu schaffen, gehöre aber auch, die Forschung hier anzusiedeln – so etwa die ETH, die Fachhochschule Nordwestschweiz oder das Friedrich Miescher Institut, das die Räumlichkeiten jüngst bezogen hat. Oder eben die Universität Basel.

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