Lernen über Nacht

Die Uni Basel öffnet ihre Türen an der langen Nacht der Wissenschaft

Wissenschaftliche Erkenntnisse werden mühsam aus vielen Teilergebnissen zusammengesetzt, so wie dieses Logo der 555 Jahre alten Universität Basel.

Wissenschaftliche Erkenntnisse werden mühsam aus vielen Teilergebnissen zusammengesetzt, so wie dieses Logo der 555 Jahre alten Universität Basel.

Die lange Nacht der Wissenschaft findet heute statt mit über 250 Vorträgen, Diskussionen und Beiträgen an verschiedenen Orten in Basel. Unter anderem kann man lernen, wie sich Pflanzen an den Klimawandel anpassen und wie aus Dampf Schnee entsteht.

Was geschieht im Labor der Universität Basel? Wer forscht mit welchen Methoden woran? Sind die Geistes- und Sozialwissenschaften wirklich vor dem Aussterben bedroht — wenn doch gemunkelt wird, dass bei einer Budgetkürzung des Unihaushalts zuallererst bei den Philologen und Soziologen gespart wird? Was geschieht wirklich in der Denkstätte der Stadt Basel? Die lange Nacht der Wissenschaft wird es heute zeigen. Mit über 250 Vorträgen, Live-Experimenten, musikalischen und kulinarischen Angeboten lockt die Universität in ihre Vorlesungssäle.

Wie entsteht aus Dampf Schnee?

Ab 21.15 Uhr wird beispielsweise im Dozentenzimmer am Petersplatz ein Podium stattfinden, in dem ein Blick in die Zukunft der Geistes- und Sozialwissenschaften gewagt wird. Im Nebenzimmer widmet Professor Ansgar Kahmen eine Vortragsreihe der Auswirkungen des globalen Klimawandels. Er konnte mit seinem Forschungsteam nachweisen, dass Pflanzen bereits seit 150 Jahren auf den Klimawandel reagieren. Dafür analysierten sie historische Pflanzensammlungen. Zu diesem Thema und zur Nachhaltigkeits- und Entwicklungsforschung werden Kurzvorträge ab 22 Uhr gehalten.

Pflanzen sind nicht nur nützliche Informationsträger, sie können auch eine invasive Bedrohung sein. Welche Pflanzen der einheimischen Flora schaden, zeigen Naturschutzbiologen im Botanischen Garten. Dort wird ebenfalls live demonstriert, wie Ameisen, in kleinstem Massstab gemessen, gigantische Hügel bauen, oder wie sich Wasserdampf in Schnee umwandelt. Abenteuerlustige können sich ausserdem im dunklen Tropenhaus auf die Jagd nach Pfeiffröschen begeben.

Wer lieber in den Himmel als zu Boden schaut, kann sich mit Matthias Liebendörfer, einem Physik-Dozenten unterhalten. Er erklärt, was geschieht, wenn einem Stern der «Brennstoff» ausgeht und wie daraus eine Supernova oder ein schwarzes Loch entstehen.

Futuristische Wissensspeicher

Die Uni-Nacht ist in der ersten Woche des Semesters auch ein Höhepunkt für die Wissenschafts-Tournee der Swiss Academy of Sciences. Mit ihrem Programm «Forschung live» sind sie nun auch zu Gast in Basel. An der Schifflände, bei der sitzenden Helvetia-Statue und auf dem Claraplatz hat die Academy of Science futuristische Eier gelegt — Wissensspeicher. Diese eierförmigen Gebilde bieten Einsicht in die Entwicklung der Forschung ab 1815 bis heute. Die Uni-Nacht ist vor einigen Jahren aus einer Kooperation mit «Forschung live» entstanden. Noch heute verfolgen beide Veranstaltungen dasselbe Ziel: Sie zeigen, wie die Forschung unseren Alltag prägt.

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