Studentinnen und Studenten mögen geistig flexibel sein – erzwungene räumliche Mobilität mögen sie aber ganz und gar nicht. «Das Hin- und Herpendeln zwischen den Vorlesungssälen im Kollegiengebäude und dem neuen Standort wäre für uns alle unzumutbar.»

Was tönt wie eine Protestnote der Studierenden-Vertretung Skuba zum ins Auge gefassten neuen Standort für die Juristische Fakultät am noch zu erstellenden Bahnhof-Neubau in Liestal, stammt aus einer Petition von Jura-Studenten. Mit dieser wehrten sie sich vor über einem Jahrzehnt gegen den Umzug ihrer Fakultät von der Maiengasse an den Bahnhof SBB. Dort sahen die Verfasser der Petition auch die Sicherheit der Studierenden nicht gewährleistet: Abends müsse das Gebäude «durch die dann unbelebten Passerellen des Bahnhofes verlassen werden», zitierte damals die «Basler Zeitung» aus dem Schreiben.

«Strecke nicht ungefährlich»

Als «nicht ungefährlich» bezeichneten sie die mit dem Velo zurückzulegende Strecke vom Stadtzentrum zum Bahnhof, weiter wurde kritisiert: Die interdisziplinäre Zusammenarbeit mit anderen Fakultäten werde erschwert. Sprich: Der neue Standort ist schlecht, da isoliert.

Heute fallen lobende Worte über das 2006 bezogene Jacob Burckhardt-Haus, wie jüngst vonseiten des Dekans der Fakultät. Dabei war die Uni-Leitung anfangs, wie die Studierenden, alles andere als begeistert darüber, dass die Juristen die Kisten packen sollen: Zuerst lehnte der Universitätsrat den Umzug ab.

Auch eine andere Züglete war umstritten. Sie dauerte ein paar Jahrhunderte: die Verlegung des Kollegiengebäudes an einen neuen Ort. Die Alte Universität am Rheinsprung wurde am 4. April 1460 eröffnet – damals zählte die Universität noch nicht 70 Institute wie heute, sondern sieben Räume, und so wurde es ihr bald zu eng. Etwas Luft verschaffte das «Obere Kollegium». Damit ist das ehemalige Kapuzinerkloster gemeint, das an der Stelle stand, wo heute das Naturhistorische Museum thront. Die Stadt stellte das Kloster 1532 zur Verfügung. 1843/43 musste das Obere Kollegium dem Museums-Neubau weichen, dem die Stadt den Vorzug gab. Wiederum blieben der Universität nur die Räumlichkeiten am Rheinsprung.

Und in diesen war es im Winter trotz Öfen elend kalt, heisst es in «Orte des Wissens: Die Entwicklung der Universität entlang ihrer Bauten». 1913 erbarmte sich Basel-Stadt und finanzierte eine Heizung. Bis zur Einweihung des neuen Kollegiengebäudes am Petersplatz strichen vom ersten Projekt bis zur Einweihung 1939 weitere Jahrzehnte ins Land.

Wenn es nun bis zum Bezug von neuen Uni-Standorten in Liestal, Münchenstein oder sonst wo ebenfalls Jahre dauern sollte, so mag das der Öffentlichkeit wie eine Ewigkeit vorkommen – in der Zeitrechnung der Uni ist es aber höchstens ein Augenblick.