Uni Basel

Die Universität Basel leidet unter zunehmender Raumnot

Gefüllter Hörsaal (Symbolbild)

Gefüllter Hörsaal (Symbolbild)

Die Universität Basel hat 2011 rote Zahlen geschrieben. Dennoch zeigten sich die Verantwortlichen an der Jahresmedienkonferenz zufrieden: Die Uni sei finanziell auf Kurs. Eine grosse Herausforderung stellt die Behebung der akuten Raumprobleme dar.

Bei einem Aufwand von 646,1 Mio. Fr. verbuchte die Universität im vergangenen Jahr ein Defizit von 4,7 Mio. Franken. Im Vorjahr hatte der Fehlbetrag noch 3,4 Mio. Fr. betragen. Verwaltungsdirektor Christoph Tschumi ist jedoch zuversichtlich, dass über die ganze Leistungsperiode 2010/13 der Ausgleich erreicht wird.

Ihr ordentliches Betriebsergebnis konnte die Uni dagegen 2011 auf 16,8 Mio. Fr. steigern, was gegenüber dem Vorjahr mehr als einer Verdoppelung entspricht. An den Gesamtertrag von 641,4 Mio. Fr. steuerte die öffentliche Hand 443,6 Mio. Fr. bei. Davon stammen fast 300 Mio. Fr. von den Trägerkantonen Basel-Stadt und Baselland.

Bei den Beiträgen von Dritten musste die Uni gegenüber 2010 einen Rückgang um 21,2 Mio. Fr. auf 138,1 Mio. Fr. verzeichnen. Im Vorjahr, in dem die Uni ihr 550-jähriges Bestehen feierte, konnten jedoch diverse einmalige Zuwendungen in Millionenhöhe verbucht werden. Die wichtigen Beiträge des Nationalfonds nahmen aber auch letztes Jahr zu, nämlich um 10,5 Prozent auf 73,9 Mio. Franken.

Neues Raumkonzept

Der Erfolg bei der Anwerbung von Drittmitteln, der auch zum Anstieg der Vollzeitstellen um 6,5 Prozent auf 2692 beitrug, stelle die Uni zusehends vor Probleme, konstatierte Verwaltungsdirektor Tschumi. Für die Realisierung mancher Projekte namentlich in den Life Sciences fehle schlicht der Platz.

Abhilfe schaffen soll die Raumstrategie, die in den kommenden 10 bis 15 Jahren Investitionen in Milliardenhöhe vorsieht. Geplant sind vier campusähnliche Zentren am Petersplatz, auf dem Schällemätteli, auf dem Rosental-Areal sowie beim Bahnhof SBB.

Aus Sicht von Rektor Antonio Loprieno ist nach dem Jubiläumsjahr wieder der «courant normal» eingekehrt. Allerdings habe sich die Universität auch 2011 weiterentwickelt, etwa mit dem neuen Institut für Bio- und Medizinethik oder der Forschungsstelle für nachhaltige Energie- und Wasserversorgung, die ebenfalls 2011 eröffnet wurde.

Ausgeblieben ist nach Angaben Loprienos im vergangenen Jahr der erwartete massive Zustrom von Studierenden aus dem Badischen. Der Rektor führt dies auf den starken Franken und die Abschaffung der Studiengebühren in Baden-Württemberg zurück. Der Anteil ausländischer Studierender stieg 2011 an der Uni Basel von 22,3 auf 23,7 Prozent.

Im Herbstsemester 2011 waren an der Uni 12'037 Studierende und Doktorierende eingeschrieben. Die Wachstumsrate betrug damit wie in den beiden Vorjahren 2 Prozent. Auf ein Lizentiat hin arbeiten an der Uni Basel noch 165 Studierende. Dieser Abschluss wird dieses Jahr letztmals vergeben. Danach gibt es nur noch den Bachelor, den Master und das Doktorat.

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