Universität Basel

Die Universität ist zum Wachsen verdammt

Kollegiengebäude in Basel: Immer mehr Studenten kommen aus anderen Kantonen und dem Ausland. KEY

Kollegiengebäude in Basel: Immer mehr Studenten kommen aus anderen Kantonen und dem Ausland. KEY

Der letzte Freitag im November ist für die Universität Basel der Dies academicus: Sie feiert sich selbst. Noch hat die Uni Grund zum Feiern – bald aber könnte es anders aussehen. Denn die beiden Basel können sich die Uni nicht mehr leisten.

Der letzte Freitag im November ist für die Universität Basel der Dies academicus: Sie feiert sich selbst. Noch hat die Uni Grund zum Feiern: In der Vergangenheit ist sie überproportional stark gewachsen. Im letzten Jahrzehnt hat die Zahl der Studierenden um 60 Prozent von 7500 auf 12000 zugenommen. Allerdings ist dabei auch die Belastung für die beiden Basel gestiegen.

Letzte Woche hat der Universitätsrat der Uni Basel seine «Strategie 2014» präsentiert. Statt wie bisher zwei soll die Universität Basel künftig sechs Schwerpunkte haben. Das Papier dient einerseits als Grundlage für die Weiterentwicklung der Universität und andererseits als Basis für die Diskussion des Globalbudgets, das die Universität jeweils im Vierjahresrhythmus von ihren beiden Trägerkantonen zugesprochen erhält. Der entsprechende Antrag für das Globalbudget liege seit Anfang Oktober bei den beiden Regierungen, sagte Ueli Vischer, Präsident des Universitätsrats, letzte Woche.

15 Prozent aus Deutschland

Es geht dabei um viel Geld: Je fast 150 Millionen zahlten Basel-Stadt und Baselland im Jahr 2011 an die Universität. Geld, das in der aktuellen politischen Situation nicht mehr einfach unbestritten ist. Obwohl nur 38 Prozent der Studierenden aus den beiden Basel stammen, tragen die beiden Halbkantone 48 Prozent des Budgets. Obwohl die übrigen Kantone 40 Prozent der Studierenden stellen, bezahlen sie nur 10 Prozent an die Universität Basel. Noch krasser Deutschland: Obwohl 15 Prozent der Studierenden aus Deutschland stammen, bezahlt Deutschland keinen Rappen an die Uni Basel.

Studierende Uni Basel

Studierende Uni Basel

Roman Geeser, ehemaliger Grossrat der FDP, forderte deshalb in seiner bz-Kolumne von letzter Woche ein Umdenken: Es seien «zügig neue Verteilschlüssel auszuhandeln», schrieb er. Und: «Die Trägerkantone müssen vor zusätzlichen Belastungen verschont werden.» Die Zahl der Studenten aus Deutschland ist mittlerweile des starken Frankens wegen etwas zurück gegangen, das Missverhältnis bleibt aber bestehen.

Lasten sind ungleich verteilt

Interessant wird es, wenn man die geleisteten Beiträge durch die Anzahl Studenten teilt, also den Pro-Kopf-Beitrag ausrechnet. Der Kanton Basel-Stadt zahlt pro Studierenden aus Basel-Stadt pro Jahr 72300 Franken. Beim Kanton Baselland sind es pro Studierenden 58400 Franken, die übrigen Kantone zahlen pro Student und Jahr nur gerade 14400 Franken. So gesehen sind die Lasten also sehr ungleich verteilt. Andererseits fällt wohl auch ein grösserer Teil der direkten und indirekten Wertschöpfung der Universität in Basel-Stadt und um die Stadt im Baselland an.

In den Zahlen steckt die Frage, was Erfolg für die Universität heisst. Abgesehen von den reinen Studentenzahlen könnte es auch die Zahl der Abschlüsse sein. Auch diese Zahl wächst: 2011 haben 6444 Studenten mit einem Bachelor abgeschlossen, 3016 mit einem Master und 2577 mit einem Doktorat.

Weltweit Platz 100

Wie viel diese Abschlüsse wert sind, verrät ein Blick auf globale Rankings. Wo die Forschungsleistung eine grosse Rolle spielt, steht die Uni Basel mit einer Positionierung um den Platz 100 von weltweit etwa 12000 Universitäten gut da. Der Universitätsrat stellt in seiner Strategie einen direkten Bezug zwischen Ranking und Budget her: «Innerhalb der Schweiz ist ein direktes Verhältnis zwischen der Finanzierung einer Universität und deren internationalem Rang festzustellen.» So erreichen die ETH Zürich, die EPFL Lausanne und die Universität Zürich, die über ein im Vergleich mit der Universität Basel zwei- bis dreimal so grosses jährliches Budget verfügen, regelmässig höhere Werte als die Universität Basel.

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