Basel SBB

Die Unterführung beim Hauptbahnhof wird hell, kein «Mausloch»

Der neue Bahnhof Löwenstrasse in Zürich – so ähnlich stellen sich die SBB die Unterführung in Basel vor.

Der neue Bahnhof Löwenstrasse in Zürich – so ähnlich stellen sich die SBB die Unterführung in Basel vor.

Die geplante unterirdische Querung soll hell, freundlich und klar werden und auf 3000 Quadratmetern Platz für Geschäfte bieten. Zudem müsse die SBB weitere Perrons schaffen. So sollen weitere Perrons in Richtung Margarethenbrücke verlängert werden.

Mit dem Tunnel von 1959 hat das nichts zu tun. «Die neue Querung wird kein Mausloch wie die alte Unterführung und auch besser als in Bern», verspricht Urs-Martin Koch, Netzentwickler SBB Nordwestschweiz. Sein Kollege Alexander Muhm, Leiter Development SBB Immobilien, ergänzt: «Es wird hell, freundlich und klar. Für Belebung und damit für Sicherheit werden die Geschäfte für den täglichen Bedarf sorgen.» Nötig wird die neue Verbindung, weil die Passerelle an ihre Kapazitätsgrenzen stösst. Kapazitäten sieht Koch noch beim Abgang von der Passerelle in Richtung Gleis 4, der ein wenig bekannter Bypass sei.

Die neue unterirdische Querung soll den Meret Oppenheim Platz im Gundeldinger Quartier mit dem Durchgang beim Elsässer Tor und dem Westflügel des Basler Bahnhofs SBB verbinden (siehe Plan). Auf der Südseite beim Gundeli ist sie 10 bis 15 Meter breit, um dann auf der Nordseite eine Breite von 30 Metern zu erreichen. Fertig sein könnte sie Ende 2022.

Die Personenunterführung West mündet nördlich vom Bahnhof SBB im Westflügel oder führt am Elsässer Tor vorbei Richtung Markthalle.

Die Personenunterführung West mündet nördlich vom Bahnhof SBB im Westflügel oder führt am Elsässer Tor vorbei Richtung Markthalle.

Abgang zu Tiefbahnhof

Das Niveau ist laut Koch mit einer Tiefe von 6 bis 6,50 Metern so gedacht, dass von dort ein Abgang in einen späteren Tiefbahnhof möglich ist. Dieser würde beim Bau des Herzstücks Regio-S-Bahn entstehen, das die beiden Basler Bahnhöfe SBB und Badischer Bahnhof unterirdisch via den Marktplatz verbinden soll. Somit könnte von der Querung aus oben der Fernverkehr, und unten der Regionalverkehr erschlossen werden.

Koch und Muhm äusserten sich am Montagabend an einer gut besuchten Informationsveranstaltung der Neuen Gruppe Bahnhof mit dem Titel «Quo vadis, Bahnhof SBB? 7 Fragen zu unserem Bahnhof», die im Gundeldinger-Casino stattfand. Vonseiten des Kantons Basel-Stadt sassen Martin Sandtner, Leiter Planungsamt des Bau- und Verkehrsdepartements, und Benno Jurt, Leiter Mobilitätsplanung beim Basler Amt für Mobilität, auf dem Podium. Die Gelegenheit, Fragen zu stellen, wurde vom Publikum lebhaft genutzt.

Sorgen, dass die neuen Geschäfte leer stehen könnten, muss sich laut Alexander Muhm niemand machen: «Wir wissen, wo sich ein Verkehrsknoten entwickelt. Entscheidend ist die Frequenz und der Treiber ist der Verkehr. Eine Verkaufsfläche von 3000 Quadratmetern liegt drin.»

Direkter Weg zur Innenstadt

Auf die Kritik, die Reisenden würden die «Kurve» über die neue Querung meiden, da das öV-Angebot am Centralbahnplatz konzentriert sei, entgegnete Martin Sandtner: «Die Querung bietet einen direkten Weg vom Bahnhof über die Heuwaage in die Innenstadt.» Wie dieser Weg einst ausgestaltet sein wird, ist derzeit noch Gegenstand von Planungen und Studien. Bis zur Heuwaage im Untergrund zu bleiben, sei allerdings keine Option: «Wir wollen möglichst schnell ans Licht.»

Sandtner führte dafür auch finanzielle Gründe an: «Die unterirdische Querung kostet einen dreistelligen Millionenbetrag. Wenn man weitergräbt, geht dies in dieser Dimension weiter.» Das öV-Angebot in der Nähe der Markthalle soll weiterentwickelt werden.

Derzeit verlassen 10 bis 20 Prozent der Reisenden den Bahnhof in Richtung Süden und 80 Prozent in Richtung Norden. Eine Weiterentwicklung des Dienstleistungsangebots in Form eines zweiten Bahnreisezentrums auf Gundeldinger Seite wird es ebenso wenig geben wie eine weitere Querung des Gleisfeldes für den Veloverkehr, war weiter zu erfahren. Die Bedeutung der Passerelle bei der Post wird weiter abnehmen, zeigte sich Urs-Martin Koch überzeugt: «Sie hat den Nachteil, dass von ihr nicht alle Perrons zu erreichen sind.»

Perrons werden breiter

Aufgrund zunehmend strengerer Vorschriften müssen die SBB breitere Aufgänge und Perrons schaffen. Im Basler Bahnhof SBB ist dies aus Platzgründen zwischen der Margarethenbrücke und der Passerelle möglich. So sollen weitere Perrons in Richtung Margarethenbrücke verlängert werden. Und zwei neue Gleise sind auf der Gundeldinger Seite geplant.

Insgesamt werden bis 2025 1,2 Milliarden Franken im Raum Basel verbaut. Durch die verschiedenen Entflechtungen und Projekte wird der Viertelstundentakt zwischen Basel und Liestal ermöglicht. Thema war auf dem Anlass auch das Tramnetz. So ist bis 2020 nicht nur der Margarethenstich geplant, der das Leimental mit der Nordseite des Bahnhofs SBB verbinden soll, sondern auch eine weitere südliche Anbindung des Bahnhofs über die Güterstrasse. «Dadurch wird das Gundeli mit dem Dreispitzareal und später dem Joggeli verbunden», sagte Jurt. Bis 2025 sollen am Bahnhof 1600 Veloabstellplätze geschaffen werden. 700 davon müssen in den nächsten drei bis vier Jahren am Centralbahnplatz entstehen, Voraussetzung für eine kommerzielle Nutzung des Westflügels.

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