Kunstmuseum Basel

Die Vergangenheit ist der sicherere Wert

Basel feiert das neue Juwel in seiner Museensammlung. Doch ist es wirklich ein Schritt nach vorne? Sicher, aber Museen zu bauen kann nicht alles sein.

Basel hat ein neues Museum. Oder besser gesagt: Eines der wichtigsten Basler Museen hat einen neuen Anbau. Aus der halben Welt reisen die Promis an und jubeln darüber. Architekten, Künstler, Kunstfreunde und das Standortmarketing frohlocken. Und Basel plant bereits weiter. Nachdem nun private Mäzene mehrere neue Häuser ermöglicht haben, will sich auch der Kanton nicht lumpen lassen und plant den Neubau des Naturhistorischen Museums am Bahnhof St. Johann. 48 Museen auf 37 Quadratkilometern, Basel ist stolz auf seine weltweit herausragende Museumsdichte und die Qualität seiner Ausstellungshäuser.

Doch ist wirklich alles eitel Sonnenschein? Kritik kommt meist nur an den einzelnen Museen und ihren spezifischen Problemen. Der Kunstmarkt ist ein Tummelplatz für halbseidene Gestalten aller Art, das lässt sich auch am neusten Beispiel der «Panama Papers» ablesen». Geldwäscher, Drogenhändler, Steuerhinterzieher, sie alle lieben den Handel mit Kunst, in dem sich Geldflüsse hervorragend verschleiern lassen. Hinter einem Geflecht aus Offshore-Gesellschaften, Bankgeheimnissen und Zollfreilagern. Alles Dinge, die die Schweiz und gerade auch Basel ebenfalls anbieten.

Dazu kommen bei Kunstwerken, genau wie bei historischen Schätzen aus fernen Ländern, auch immer die Fragen nach der Provenienz, nach Raubkunst und Kolonialismus. Wenn man aber schon die problematische Seite von Museen thematisieren will, dann könnte man auch wesentlich grundsätzlicher werden: Warum bauen der Staat und die Mäzene eigentlich so gerne Museen? Weil Museen wichtig sind. Sie sind unser Gedächtnis. Sie sind Stätten der Bewahrung, der Bildung, der Forschung und der Vermittlung. Das ist die positive Begründung.

Ein Museum zu bauen birgt kaum Risiken

Sie sind aber auch harmlos. Ein Museum zu bauen, das ist eine sichere Sache, da kann nicht viel schiefgehen. Niemand hat etwas gegen Museen. Sie sind seit Jahrhunderten ein Stützpfeiler der Kultur und jede Stadt, ja jedes Dorf schmückt sich gerne mit ihnen. Mutig ist die Investition in Museen nicht. Ganz anders, würde man die gleichen Summen in innovativere, vielleicht auch umstrittenere Projekte investieren.

Andernorts pumpen Superreiche riesige Beträge in «Zukunftsstiftungen», wie etwa Bill Gates, der milliardenschwere Gründer von Microsoft. Das ist ein Vermächtnis mit riesigem Potenzial. Gates setzt sich und seine Nachkommen damit aber auch dauernden Diskussionen darüber aus, ob das Geld nun sinnvoll verwendet wird, ob die unterstützten Projekte etwas bringen, ob der eingeschlagene Weg der richtige ist.

Die Vergangenheit ist pflegeleichter als die Zukunft

Ähnlich ginge es Politikern, würden sie sich visionären Projekten verschreiben, statt auf sichere Werte zu setzen. Würden sie beispielsweise die gestern von LDP-Grossrat Conradin Cramer eingebrachte Idee eines Generationenfonds umsetzen. Einer Art staatlicher Rücklage für schwere Zeiten, gespeist aus staatlichen Überschüssen.

Doch würden die Promis auch anreisen, um Finanzdirektorin Eva Herzog dabei zuzusehen, wie sie den Basler Schuldenberg abträgt? Oder wie Regierungspräsident Guy Morin am Jahresende die Gewinne auf die Bank trägt? Wäre der Applaus aus allen politischen Lagern gleich gross, beschlösse der Kanton, ein paar hundert Millionen Franken zusätzlich in die Uni zu stecken? Ohne auf Baselland zu warten? Der Nutzen all dieser Projekte für die Zukunft unserer Region wäre sicher gross. Die Kritik, die Debatten über Sinn und Zweck aber auch.

Also investiert man lieber in die berechenbare, museumswürdige Vergangenheit und damit in die Attraktivität der Stadt für Touristen. Die kommen, um zu sehen, was man alles Schönes bauen kann, wenn es einem richtig gut geht. Das ist sicher nicht falsch. Und Basel kann es sich leisten. Darum ist der Jubel über den Erweiterungsbau des Kunstmuseums berechtigt. Doch wir sollten darob nicht dermassen in Euphorie verfallen, dass wir die Zukunft der Stadt ausserhalb der Museumsmauern vergessen.

Wie gut kennen Sie das Kunstmuseum Basel?

Am 17. April wird der Neubau des Kunstmuseums Basel eröffnet. Testen Sie mit diesem Quiz Ihr Wissen über die Kulturstätte!

Welches Architekturbüro beteiligte sich nicht am Wettbewerb für den Neubau?

Jean Nouvel

Herzog und de Meuron

Zaha Hadid

Den Neubau und die Sanierung des Hauptbaus verantwortet das Basler Architekturbüro Christ & Gantenbein. Nur einer der beiden stammt aus Basel. Wo ist der andere geboren?

St. Gallen

Thurgau

Zürich

Der 1936 eingeweihte Hauptbau von Rudolf Christ und Paul Bonatz gilt als Beispiel der "konservativen Moderne". Was inspirierte die Architekten?

Griechische Tempel

Oberitalienische Architektur

Römische Paläste

Eines der berühmten Gemälde von Lucas Cranach d. Ä. von 1528 zeigt "Das Urteil von Paris". Welche der Göttinnen bot ihm zur Bestechung die Macht über die Welt an?

Aphrodite

Athene

Hera

Die Eröffnungsausstellung "Sculpture on the Move" ist gleichzeitig die letzte von Direktor Bernhard Mendes Bürgi. Welches Haus leitete er vor dem Kunstmuseum Basel?

Kunstmuseum St. Gallen

Kunsthalle Zürich

Kunsthalle Winterthur

Wie heisst der Künstler, für den der frühere Direktor Franz Meyer nach einem Besuch in New York in einem Bericht an die Kunstkommission schwärmte?

Barnett Newman

Jasper Johns

Mark Rothko

Wie hoch war der Sonderkredit, mit dem der frühere Direktor Georg Schmidt 1939 "entartete Kunst" kaufte, die heute noch zu den Schlüsselwerken der Sammlung zählen?

50'000.-

100'000.-

500'000.-

Welche Summe hiess das Basler Stimmvolk 1967 in einer Referendumsabstimmung gut, um zwei Werke Pablo Picassos im Kunstmuseum zu behalten?

6 Millionen

14 Millionen

28 Millionen

Die Clique "Alti Richtig" brauchte ein Werk Joseph Beuys als Fasnachtssujet, woraufhin der Künstler aus den Kostümen ein neues Werk schuf. Wie hiess es?

Honigpumpe

Feuerstätte 2

Strassenbahnhaltestelle

Esel finden erstaunlich oft den Weg auf die Leinwände von Malern; im Kunsthaus hängen Eselgemälde von Frank Buchser, Paul Klee, Martin Disler oder Jeff Wall. Von wem stammt diese Zeichnung?

Nicolaes Berchem

Pieter van den Bosch

Albrecht Dürer

Wie hiess der italienische Künstler, der seine Weltbilder sticken lässt?

Emilio Vedova

Lucio Fontana

Alighiero Boetti

Das Kunstmuseum Basel | Gegenwart besteht aus einem Neubau und einem alten Gebäude. Was befand sich vorher dort?

Lagerhaus

Mühle

Papierfabrik

Wie heisst dieser Mann?

Hans Baldung ("Grien")

Urs Lüthi

Oskar Kokoschka

Fast, aber nicht ganz...

Bei Ihnen Besteht Lernbedarf. Sie sind zwar kein Kunstbanause, aber wir legen Ihnen einen Besuch im Basler Kunstmuseum zur Weiterbildung nahe.

Schon fast gekonnt.

Mit Ihrem Wissen können Sie an den Open Days des Basler Kunstmuseum am Sonntag und Montag, 17. und 18. April 2016, punkten. Zum Kunstkenner fehlt aber noch ein Stückchen.

Respekt!

Sie sind ein wahrer Kunstkenner. Mit Ihrem Wissen stellen Sie manch Kunstexperten in den Schatten.

Quiz Eröffnung Kunstmuseum

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Autor

Nicolas Drechsler

Nicolas Drechsler

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