Die Basler Verkehrs-Betriebe (BVB) würden eine Anschubfinanzierung sehr begrüssen, erklärt Sprecherin Sonja Körkel. Und auch die Baselland Transport AG (BLT) geht davon aus, dass ein Pilotbetrieb mit Bundesgeldern unterstützt werden könnte. Immerhin hat der Nationalrat den Bundesrat beauftragt aufzuzeigen, welche Hilfe der Staat leisten kann, um den öffentlichen Busbetrieb umweltfreundlicher zu gestalten. Ziel ist eine Anschubfinanzierung für ökologische Fahrzeuge.

Dies trifft sich genau mit der Strategie der beiden regionalen öV-Unternehmen. Seit Anfang Februar ist der erste E-Bus der BVB unterwegs. Bis 2027 sollen sämtliche Diesel- durch E-Busse ersetzt werden. Auch die BLT hat erste Schritte eingeleitet, um ihre Flotte umzustellen. In einer öffentlichen Ausschreibung sucht sie ein Elektrobus-Gesamtsystem mit fünf Bussen für einen Testbetrieb von drei Jahren. Eingesetzt werden sollen diese auf der Buslinie 37 zwischen Bottmingen und Aeschenplatz.

Problem: Die Kosten für E-Busse sind noch viel höher – auch, weil erst eine kleine Stückzahl hergestellt wird. Die BVB beziffern den Kaufpreis auf rund 800'000 Franken, ein Dieselbus kostet nur 550'000 Franken. Bei mehr als 110 Fahrzeugen läppert sich das. Die Gesamtkosten für den Systemwechsel schätzen die BVB auf 255 Millionen Franken, inklusive neuem Betriebskonzept und Anpassungen der Infrastruktur.

In der EU würden bereits etliche Staaten die Umstellung unterstützen, wurde im Nationalrat argumentiert. Nun soll auch der Bund einen Teil der Mehrkosten übernehmen. Weil diese mittelfristig bei höheren Stückzahlen sinken werden, soll die Unterstützung befristet sein. Das will sich die BLT nicht entgehen lassen. Sie werde diese Finanzierung der Mehrkosten in den nächsten Wochen mit allen Beteiligten klären, kündigt der stellvertretende BLT-Direktor Alfred Schödler an. (dba)