FC Basel

Die Vorfreude auf das «Endspiel» gegen ManU ist riesig

FC Basel Fankurve (Symbolbild)

FC Basel Fankurve (Symbolbild)

In der Stadt kommt vor dem Champions-League-Knüller gegen ManU Euphorie auf - auch im FCB-Fanshop und Museum neben dem Stadion: Das Geschäft läuft von Monat zu Monat besser.

Nach dem knappen Sieg über Otelul Galati herrscht am Rheinknie FCB-Euphorie. Kommt es doch am 7. Dezember im heimischen St. Jakobpark unerwartet zur Finalissima gegen das grosse Manchester United. Das Spiel ist längst ausverkauft. Mehrere Basler Regierungsmitglieder werden «ihren» Verein unterstützen. Zudem werden in Basel bis zu 5000 Mancunians erwartet.

Gewinnt der FCB, steht er erstmals in seiner Geschichte in den Achtelfinals der Champions League. Zudem hat Basel in der nationalen Meisterschaft die letzten sechs Spiele gewonnen; die letzte Niederlage geht gar auf den 20. August zurück.

Der gegenwärtige Höhenflug erinnert an die grandiose Champions-League-Saison 2002/ 2003, als Basel in der Gruppenphase zunächst gegen Liverpool und Spartak Moskau durchsetzte und dann in der Zwischenrunde in der Gruppe mit ManU knapp hinter Juventus Turin Rang 3 belegte, aber zumindest Deportivo La Coruña hinter sich liess. Für André Mathys, Präsident des Oberbaselbieter FCB-Fanclubs Orgesiss, wäre ein Vorrücken in die Achtelfinals sportlich noch wertvoller einzuschätzen als die Erfolge von damals. «Für einen Club wie Basel ist es in den letzten Jahren schwieriger geworden, auf europäischer Ebene zu bestehen. Die Schere zu Top-Klubs wie Manchester oder Barcelona hat sich weiter geöffnet.» Umso höher sei der gegenwärtige Erfolg einzuschätzen. Am 7. Dezember werde die Stimmung im Joggeli «elektrisierend» sein, frohlockt Mathys, der seit rund 20 Jahren im Stadion mitfiebert.

Frei und Shaqiri am beliebesten

Die Euphorie ist auch im FCB-Fanshop und Museum neben dem Stadion spürbar: Das Geschäft laufe von Monat zu Monat besser, sagt Filialleiter Diego Fiechter. Derzeit verkauft er im Schnitt acht FCB-Trikots mit Rückennummer pro Tag – das macht über 200 pro Monat. Daneben geht ein Mehrfaches an blauroten Leibchen ohne Rückennummer über den Ladentisch.

Die Verkaufsrenner sind nicht unerwartet die Nummern 13 von Alex Frei und die 17 von Xherdan Shaqiri. «Seit Yann Sommer im Tor steht, verkaufen wir immer mehr Goalie-Shirts», verrät Fiechter.

Auch die Gastronomie freut sich

Die Euphorie zeigt sich im Fanladen auch an der immer grösseren Produktepalette. Erst vor kurzem ist ein FCB-Wein ins Sortiment aufgenommen worden. Von den doppelt bedruckten Schals mit dem FCB und dem jeweiligen Champions-League-Gegner sind von der Variante ManU bereits 600 Exemplare verkauft worden.

Der Champions-League-Knüller sorgt auch anderswo für Vorfreude – etwa bei den Gastronomen in der Basler Innenstadt: Im «Mr. Pickwick-Pub» in der Steinenvorstadt erwartet man nach dem Länderspiel Schweiz gegen England vor Jahresfrist erneut hunderte Schlachtenbummler von der Insel. Dazu hat Geschäftsführer Mark Gauci Maistre die Bestände an englischen Ales und Stouts aufgestockt. Insgesamt will er um den 7. Dezember 3000 bis 5000 Liter Bier verkaufen. Zum Vergleich: An einem wirklich gut laufenden Samstag setzt das Pub knapp 1000 Liter ab. Das «Pickwick»-Pub wird in Basel die erste Anlaufstelle für ManU-Fans sein. Allerdings seien auch FCB-Anhänger im Pub hoch willkommen, stellt Gauci Maistre klar. «Die heutigen englischen Fans kennen kaum Animositäten. Wir werden am 7. Dezember gemeinsam feiern», verspricht er. Eine kleine Meisterfeier erhofft man sich schliesslich im «Braunen Mutz» am Barfüsserplatz. Auch dort werden vor dem 7. Dezember die Arbeitsschichten verstärkt und die Biertanks aufgefüllt.

Inwiefern vom Gastspiel der Engländer die Basler Hotels profitieren, lässt sich schwer abschätzen. «Eine grosse Messe wie derzeit die Igeho ist für die Hotellerie wichtiger als ein Fussballmatch», dämpft Christoph Bosshardt, Marketingleiter von Basel Tourismus, allfällig hohe Erwartungen. Viel wertvoller aus Sicht der Tourismusförderung sei der Rummel um das Spiel und der damit verbundene Werbeeffekt. Der Bekanntheitsgrad Basels werde durch das Spiel im Ausland gesteigert, sagt Bosshard. Dies gelte erst recht, wenn der Gegner des FCB ein weltbekannter Verein wie Manchester United sei.

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