Die Stiftung Bethesda investiert in Basel kräftig – ins Alter. Das Alterszentrum Gellert Hof, momentan noch eine Baustelle unmittelbar neben dem Spital, ist am 1. Juli bezugsbereit. Und wo heute das Mitarbeiterhaus steht, sind zusätzlich rund 100 Wohnungen geplant – für Familien und ältere Menschen – mit Betreuungsangebot. Mit den beiden Neubauten entsteht eine Art Bethesda-Gesundheitscampus – an dem Ort, an dem ursprünglich das gemeinsame Geriatriezentrum der Kantone Basel-Stadt und Baselland geplant war. Der Kanton Baselland erteilte dem Projekt aber 2007 eine Absage. «Wir wurden damals vom Kanton Basel-Stadt angefragt, in die Langzeitpflege zu investieren», sagt Jürg Matter, Direktor der Stiftung Bethesda.

Die Stiftung Bethesda habe schon immer Langzeitpflege angeboten, allerdings nicht in Basel. Es sei Teil der Strategie, dieses Standbein zu stärken: «Wir wollen im Bereich Langzeitpflege in der ganzen Schweiz wachsen.» Die Stiftung sehe sich als Alternative zu den grossen Ketten wie Orpea, Tertianum oder Boncasa. «Die sind gewinnorientiert und teilweise an der Börse», erklärt Matter. «Der Langzeitpflegemarkt ist im Umbruch und ich fürchte, dass er immer mehr kommerzialisiert wird. Da wollen wir eine gemeinnützige Alternative sein.»

Baustart für Wohnungen im 2015

Matter erklärt auch die weitere Entwicklung des Areals: «Im Kontext einer integrierten Versorgung möchten wir darum auf dem Areal neben dem Akutspital und den Pflegebetten auch Wohnungen anbieten.» Diese Woche hat sich eine Jury mit den anonym eingereichten Projekten für die Wohnungen befasst. Den Zuschlag haben Itten und Brechbühl AG aus Basel erhalten. Der Baubeginn ist für 2015 geplant. Noch ist nicht ganz klar, wie die Wohnungen finanziert werden, also wie viel die Stiftung übernimmt und ob sich die künftigen Mieter allenfalls beteiligen werden. Klar sind hingegen die Kosten für das Alterszentrum Gellert Hof: rund 37 Millionen Franken, davon trägt der Kanton knapp 11 Millionen.

Und der Gellert Hof, der ist eine Art Befreiungsschlag für die Langzeitpflege in Basel: innerhalb von zwei Monaten sind 114 zusätzliche Pflegeplätze im Angebot plus 19 Residenz-Plätze im Attika-Geschoss. Es wird mehrere Wohnbereiche geben, die auf die Bedürfnisse verschiedener Klientel ausgerichtet sind: Unter anderem ist eine Wohngruppe mit psychogeriatrischer Betreuung und Pflege, eine ist für demente Menschen mit altersbedingter Sehbehinderung ausgelegt. Zum Gellert Hof gehört auch der Wohnbereich für die Diakonissen in deren Mutterhaus. Insgesamt sind es darum 120 Pflegeplätze im Gellert Hof.

Schwierige Suche nach Personal

«Das ist für uns ein grosses und wichtiges Pflegeheim, das die Lage verbessern wird», sagt Felix Bader, Leiter der Abteilung Langzeitpflege beim Kanton Basel-Stadt. Es wird eines der grössten Pflegeheime neben dem Adullam und dem Johanniter. Derzeit warten knapp 300 Personen in Basel auf einen Pflegeplatz, «je etwa zur Hälfte zu Hause und im Spital, respektive in der Passerelle des Felix Platter-Spitals», erklärt Bader.

Bis es aber so weit ist, steht noch eine schwierige Aufgabe an: Die Suche nach geeignetem Personal auf einem ausgetrockneten Markt. Während die Liegenschaft innen fertig ausgebaut wird, stecken die Bethesda-Alterszentren – der Hauptsitz ist in Küsnacht – mitten im Rekrutierungsprozess. «Wir arbeiten mit einem bereits rekrutierten Kernteam schon seit Monaten an der Konzeption des Betriebes und allen Vorbereitungen», sagt Heike Schulz, Leiterin des Alterszentrum Gellert Hof auf Anfrage.

Der Betrieb werde etappenweise hochgefahren, also eine Abteilung nach der Anderen. Darum werde auch das Personal gestaffelt eintreten. «Wir haben schon einige Mitarbeitende gefunden, haben aber noch freie Stellen.» Derzeit sind rund 40 Prozent der Stellen besetzt. «Wir sind uns bewusst, dass das eine Herausforderung ist. Man kann nicht von heute auf morgen qualifiziertes Personal finden, daher haben wir frühzeitig mit der Suche gestartet», sagt Schulz. Rund 120 Personen sollen im Gellert Hof arbeiten. Die Suche geht darum auf Hochtouren weiter. Zeit bleibt noch gut vier Monate.