Wettsteinbrücke
Die Wettsteinbrücke bleibt in Strickereien eingepackt

Die globale Kunstbewegung hat vor knapp drei Wochen Basel erreicht. Hier stösst sie auf grossen Anklang, so dass bereits ein Projekt für das nächste Jahr geplant ist.

Jasmin Grasser
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Diverse Ansichten des eingestrickten Gelaenders der Wettsteinbruecke
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Diverse Ansichten des eingestrickten Gelaenders der Wettsteinbruecke
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Diverse Ansichten des eingestrickten Gelaenders der Wettsteinbruecke

Diverse Ansichten des eingestrickten Gelaenders der Wettsteinbruecke

Kenneth Nars

Seit knapp drei Wochen sind die Geländer der Wettsteinbrücke mit gestrickten Kunstwerken eingefasst. Verantwortlich für das bunte Stadtbild ist der Verein „basel farbArtig verstriggt". Vereinsmitglied Madeleine Hunziker erklärt: „Die bunte Wettsteinbrücke ist auch ein Protest, nämlich gegen das triste Stadtbild." Die Bewilligung für eine Verlängerung ist nicht an ein festes Datum, sondern an ein sauberes Bild der Brücke gekoppelt.

Einen ersten Versuch startete die Initiantin Kathrin Stalder bereits vor einem Jahr während der Art Basel. Sie strickte Pulswärmer für die Laternen auf der Wettsteinbrücke. Für sie ein logischer Standort, schliesslich führte der direkte Weg der Besucher vom Bahnhof zum Messegelände über die Brücke. Zudem seien die Geländer wegen ihrem Material und Architektur am besten geeignet, stellt Hunziker fest.

Stadtverschönerung ist der Hauptgrund für die Schweizer Adaption der weltweiten Urban Knitting Bewegung. Es ist eine Möglichkeit mit einem alten Handwerk, das sich restlos entfernen lässt, auf Missstände verschiedenster Art aufmerksam zu machen. Die Initiantin und ihr Team dürfen sich über weitgehend positive Resonanzen aus der Bevölkerung freuen, denn die Wettsteinbrücke entwickelte sich mit den eingestrickten Geländern zum Treffpunkt verschiedenster Generationen und unterschiedlicher Menschen. Positiv überrascht ist Hunziker vor allem darüber, dass das ehrenamtlich umgesetzte Projekt bis jetzt von Vandalismus verschont blieb.

Was bei der Entkleidung der Wettsteinbrücke mit dem verwendeten Material passieren wird, ist noch nicht definitiv entschieden. Interessenten gibt es laut Stalder bereits zur Genüge, Details will die Initiantin allerdings noch nicht nennen. „Die Strickereien werden weiterhin in engem Zusammenhang mit Basel verwendet werden", verrät sie. Auch in Zukunft will sich Stalder Strickprojekten dieser Art widmen. Das nächste plant sie auf die Zeit während der Art Basel im nächsten Jahr.
Die Bewegung Urban Knitting fand ihren Anfang 2005 in Houston, Texas. Dort wurden erstmals Türklinken mit gestrickten Accessoires verschönert. Neben den USA ist die Bewegung heute vor allem Amerika, England und Spanien bekannt, findet aber auch Anhänger in Österreich und Deutschland. Das gestrickte Grafitti kann als humoristische, bunte Aufwertung angelegt sein. Viel öfter ist jedoch stark politischen Statements, am Bauzaun des Projekts Stuttgart 21 ebenso wie bei der Gruppierung Linke Masche in Dortmund.