Elektrobus

Die Zeit drängt: Umstieg der BVB auf erneuerbare Energien geht Mitte-Links zu langsam

Die BVB-Elektrobusse stammen von der holländischen Firma VDL Bus & Coach – im Bild das Modell «Citea The E-Worker» zvG

Die BVB-Elektrobusse stammen von der holländischen Firma VDL Bus & Coach – im Bild das Modell «Citea The E-Worker» zvG

Die Basler Verkehrs-Betriebe testen ab Herbst einen Elektro-Gelenkbus. Mitte-Links im Grossen Rat geht das nicht schnell genug.

Die Basler Verkehrs-Betriebe (BVB) wirkten erst sehr zögerlich. Mitte Januar hatten sie bekannt gegeben, dass sie ab Herbst vorerst nur einen Elektrobus auf seine Tauglichkeit hin testen wollen. Mitte-Links im Grossen Rat geht das zu langsam. Unter der Federführung des Grünliberalen Aeneas Wanner wollen sie den Umstieg der BVB auf erneuerbare Energien rascher vorantreiben. So wollen sie die Regierung beauftragen, sich bei der Beschaffung neuer Busse für saubere, lärmarme und effiziente elektrische Modelle einzusetzen.

Denn die Zeit drängt. Denn in den nächsten Jahren erreicht der Grossteil der BVB-Busflotte sein Lebensende. 2020/22 soll die Hälfte des Fuhrparks – über 50 Gas- und ältere Dieselbusse – ersetzt werden. Fünf Jahre später wird der Nachfolger für die Citaro-Dieselbusse gesucht, die seit 2015 im Einsatz stehen. Spätestens dann müssen die BVB ohne fossile Brennstoffe auskommen. Das schreibt ihnen das öV-Gesetz vor. 

BVB-Spitze ist umgeschwenkt

Mit ihrem Anliegen dürften die Parlamentarier bei den BVB offene Türen einrennen. Denn, wie Verwaltungsratspräsidentin Yvonne Hunkeler im bz-Interview erklärt hatte, habe das Aufsichtsgremium nun doch entschieden, dass die sukzessive Umstellung auf Elektroantrieb Priorität habe. «Dass Ziel ist, möglichst bald voll elektrisch zu fahren.» Allerdings sei klar, dass Elektrobusse nicht die günstigste Variante seien. Deshalb werde die Politik entscheiden müssen, was sie wollen.

Mitte-Links will deshalb schon mal vorspuren. Immerhin hätten die BVB wegen tieferer Anschaffungskosten bisher auch neue Dieselbusse in Betracht gezogen, was dem öV-Gesetz widerspreche. Grossrat Wanner aber schlägt einen Lösungsansatz vor: So beinhalte das Basler Energiegesetz einen Fonds, mit dem Massnahmen zur Emissionsreduktion gefördert werden können. Es sei nicht ersichtlich, warum davon nicht auch E-Busse profitieren können sollten.

Deshalb solle die Regierung die Ersatzbeschaffung etwa über die Darlehensbedingungen unterstützen. Allfällige Mehrkosten sollen über das ordentliche Budget oder den Energieförderfonds finanziert werden. (dba)

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