Basler Zoo
Die Zolli-Giraffen trainieren ihre Zungen

Damit die Langhälse fit bleiben, verfüttert der Zolli spezielles Futter in Kugeln.

Olivia Meier
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Nach sechs Jahren des Wartens wachsen im Zoo Basel wieder Buschhuhn-Küken auf.
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Zum Ausbrüten der Eier hat der Hahn einen enormen Hügel aus Laub aufgeschichtet.
In ganz Europa halten nur sechs Zoos Buschhühner und die Basler Buschhuhn-Henne ist europaweit die einzige ihrer Art, die Nachwuchs hat.
Der Nachwuchs bei den Kordofan Giraffen wird momentan auch genau beobachtet.
Mama Kianga liess Sohn Osei nicht mehr von ihrer Milch trinken. Deshalb musste der im Juli Geborene regelmässig gewogen und untersucht werden.
Die Giraffen brauchen aber auch im Alltag viel Aufmerksamkeit.
Wichtig ist im Giraffenalltag ist nicht nur, was es zu Futtern gibt, sondern auch wie.
In der Natur haben Giraffen den ganzen Tag zu tun: Sie zupfen mit ihrer langen Zunge stundenlang Blätter von den Bäumen.
Wird das Futter auf einem Haufen angeboten, fressen viele Giraffen direkt mit dem Maul und ihre Zunge ist sozusagen unterbeschäftigt.
Giraffen im Basler Zoo
Giraffentraining steht ebenfalls auf dem Programm: Die Tiere lernen, das Target (einen Stab mit einem Ball am einen Ende) zu berühren.
So kann die Giraffe - beispielsweise vor einer Narkose, für eine Untersuchung oder für eine Behandlung mit Augentropfen - in eine passende Position dirigiert werden.
Auch der regelmässige Gang auf die Waage hat medizinische Gründe.
Ausserdem lässt sich dank der Waage das Wachstum der Jungtiere oder der Verlauf einer Trächtigkeit verfolgen.

Nach sechs Jahren des Wartens wachsen im Zoo Basel wieder Buschhuhn-Küken auf.

zvg / Zoo Basel

Die Giraffen mit ihren langen Hälsen und ihrem beneidenswerten Wimpernaufschlag: Sie sind im Basler Zolli wohl eine der Hauptattraktionen, vor allem seit wieder zwei kleine Giraffen hinter den langen Beinen ihrer Mütter hervorblinzeln. Doch es ist nicht selbstverständlich, dass die Giraffen so fit durch ihren Käfig spazieren.

Früher wurden sie oft falsch ernährt, wodurch sie mager wurden und Probleme mit ihren Klauen bekamen. Und mit der Futterweise gab es noch ein weiteres Problem: In der Wildnis brauchen Giraffen ihre lange Zungen, um Blätter zu erreichen. Wenn sie in Zoos ihr Futter also einfach in einem Kübel vorgesetzt bekamen, blieb ihre Zunge unterbeschäftigt.

Deshalb wird das Futter im Zoo Basel in einer Kugel verfüttert, die von Tierpfleger Dill extra entwickelt wurde, um die Zungen der graziösen Tiere zu trainieren. Wie, erklärt Kuratorin Friederike von Houwald: «Die Giraffen müssen das Futter, frische Blätter, mineralstoffhaltige Pellets oder Luzernerheu, mit ihren Zungen aus den engen Öffnungen herausholen, dadurch werden ihre Zungen wieder stärker.»

Sensationelle Küken

Nicht nur bei den Giraffen gibt es Junge. Auch das Buschhuhn hat Nachwuchs bekommen, der viel Aufsehen erregt. Die Küken sind die einzigen ihrer Art in Europa. Auf dem ganzen Kontinent gibt es in den Zoos nur sechs Buschuhn-Hennen. Und nur die im Basler Zoo hat befruchtete Eier gelegt.

Das tut dieser Vogel auf eine sehr spezielle Weise. Er gräbt seine Eier in einen Komposthaufen ein und brütet sie nicht selbst aus. Ungefähr 50 bis 60 Tage dauert es dann, bis die Küken das Licht der Welt erblicken. Und das erst, wenn sie sich etwa eine Stunde lang aus dem Haufen ausgegraben haben.

Und es gibt noch einen Neuankömmling im Zolli, einen zweibeinigen: Fabia Wyss wird Nachfolgerin von Zolli-Tierarzt Stefan Hoby, der nach zehn Jahren im Amt diesen verlässt. Ab November wird sich Wyss also um die tierischen Lieblinge der Basler kümmern.