Kleinhüningen

Die Zwischennutzung in Kleinhüningen nervt die Anwohner in Saint Louis

Im Rahmen der Zwischennutzung ist beim Hafen eine Skateanlage entstanden.

Im Rahmen der Zwischennutzung ist beim Hafen eine Skateanlage entstanden.

Vor zwei Wochen nahmen die Marina-Bar und die Skateanlage Port-Land in Kleinhüningen den Betrieb auf. Nun beschweren sich Anwohner in Saint Louis bei der Polizei über den Lärm. Der Trägerverein I-Land sieht keine Probleme.

Kaum eröffnet, gabs Stunk. Vor zwei Wochen nahmen die Marina-Bar und die Skateanlage Port-Land in Kleinhüningen den Betrieb auf. Es sind die ersten Zwischennutzungen auf dem frei gewordenen Hafenareal. Französische Anwohner von der anderen Rheinseite beklagten sich über den Lärm. Auch von der nahe gelegenen Rheinstrasse beschwerte sich jemand. Mehrere Telefonate gingen ein. Das bestätigen Polizeisprecher Martin Schütz und Fabian Müller vom Verein I-Land, der die Zwischennutzungen auf dem Hafenareal koordiniert, gegenüber der bz. Der Polizei liegt zudem ein Beschwerdeschreiben aus Frankreich vor.

Die Veranstaltung war angemeldet

Vorerst ist das kein Drama: «Die Veranstaltung war angemeldet und um 22 Uhr war Ruhe», sagt Fabian Müller von I-Land. Seither habe es keine Beschwerden gegeben.
Allerdings lockte das schlechte Wetter in den letzten zwei Wochen die Leute auch nicht an den Klybeckquai. Kommt hinzu: Von den geplanten acht Zwischennutzungen sind nur gerade zwei - die Marina-Buvette sowie die Skateanlage - in Betrieb. Es ist gut möglich, dass es zu weiteren Klagen kommt, wenn die Temperaturen steigen und die Baslerinnen und Basler das Klybeckquai entdecken.

Lärmmanagement im Vertrag

Die Schweizerischen Rheinhäfen, die Eigentümer des Areals auf dem Klybeck, haben für diese Situation vorgesorgt. Sie haben mit dem Trägerverein I-Land nicht nur eine Rahmenvereinbarung abgeschlossen, sondern auch ein Nutzungsvertrag. Hans-Peter Hadorn, Direktor der Rheinhäfen, erklärt: «Im Nutzungsvertrag ist das Lärmmanagement geregelt. Der Verein I-Land ist Ansprechpartner für Beschwerden.» Die Rheinhäfen sind somit aus dem Schneider, während die Zwischennutzer die Verantwortung tragen. Das ist gemäss Hadorn ein bewusster Entscheid: «Wir wollen die kollektive Verantwortung fördern. Es soll ein Anreiz für möglichst wenig Beschwerden sein.» Hadorn räumt aber auch ein: «Es ist ein Experiment.»

Bis jetzt haben die Zwischennutzungsmanager von I-Land noch keinen entsprechenden Beschwerdekanal eingerichtet. «So lange nur so wenig Zwischennutzungen stehen, ist das noch nicht nötig», meint Fabian Müller. Ein Lärmmanagement sei aber geplant. Müller betont: «Wir haben dieses Jahr drei Grossanlässe geplant. Einer ist der 1. August.» Es werde also nicht so lärmig, wie manche jetzt befürchten.

Wagenleute nicht betroffen

Nichts zu tun mit den Lärmklagen haben laut Polizeisprecher Martin Schütz die Wagenleute, die derzeit illegal auf dem Hafenareal wohnen, aber von I-Land willkommen geheissen werden. Bis nach den Sommerferien dürfen die Wohnwagen dort stehen bleiben.

Obwohl für diesen Sommer zahlreiche Zwischennutzungen angekündigt waren, haben sich viele Projekte verzögert. Eines hat sich zurückgezogen. Teilweise gab es Querelen mit dem Kanton, teilweise blockiert eine Einsprache der Novartis die Vorhaben. Neben der Marina-Bar und dem Skatepark sollen bald auch ein Gemüsegarten, ein Bistro sowie weitere kulturelle Projekte entstehen.

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