Die «No Billag»-Initiative mobilisiert auch Kulturschaffende, darunter solche, die sich sonst weniger politisch äussern. Warum? Weil insbesondere Musiker oder Filmschaffende selber betroffen wären von einer Annahme dieser Initiative: Denn ohne Gebühren keine SRG, ohne SRG keine gleichermassen starke Filmförderung, ohne SRG gäbe es auch deutlich weniger Song-Tantiemen. Daher erstaunt es nicht, dass sich in den letzten 48 Stunden Tausende Kulturschaffende der national angelehnten Kampagne www.no-culture.ch angeschlossen haben.

Von Anna Rossinelli bis Antoine

Nicht nur Züri West oder Sophie Hunger, auch Basler Musikerinnen und Musiker sprechen sich gegen «No Billag» aus: Pop-Stimmen wie Anna Rossinelli, Baschi oder Adrian Sieber, aber auch Entertainer Pino Gasparini und Jazzmusiker Bruno Spoerri.

Selbst DJ Antoine gibt ein Statement ab, weshalb er gegen die Initiative ist: «Die Kreativität, Musik und Filme zu produzieren, soll vom Konsumenten unterstützt werden», sagt er ein bisschen kryptisch. Klarer äussert sich da Musiker Dänu Siegrist: «Diskurs über die zukünftige Rolle der SRG und der privaten Medien: Ja. Eine Kahlschlaginitiative gegen öffentlich-rechtliche, unabhängige Berichterstattung in der Schweiz: Nein.»

Er ist nicht der einzige Wahlbasler, auch Kabarettist Emil Steinberger gehört zu den Erstunterzeichnern dieses Aufrufs, ebenso Dirigent Heinz Holliger. Oder Schauspieler Gilles Tschudi: «Ich bin für eine von den Bürgern der Schweiz unterstützte Medienlandschaft. Für unsere Demokratie.»

Auch Sarah Spale, die kürzlich als Hauptdarstellerin in der SRF-Serie «Wilder» Aufsehen erregt hat, bezieht Stellung: «Für mich ist klar, dass diese Initiative abgelehnt werden muss. Kulturelle Vielfalt und Meinungsvielfalt gehören zu meinem Leben. Ich höre Radio X, schaue Nachrichten und mit meinem Sohn FC Basel.»