Genuss
Diese drei Buchstaben sind in Basel in aller Munde

India Pale Ale liegt derzeit voll im Trend. Immer mehr Basler Bars nehmen ein IPA auf die Karte und insbesondere die regionalen Klein- und Kleinstbrauereien haben das fruchtige, stark gehopfte Spezialitätenbier für sich entdeckt.

Samuel Hufschmid
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India Pale Ale liegt derzeit voll im Trend.

India Pale Ale liegt derzeit voll im Trend.

bz

India Pale Ales, kurz IPA, erleben derzeit in Basel einen Boom. Nicht nur wegen der Expats. «Für uns Brauer ist es ein wunderbares Bier, mit dem sich viel experimentieren lässt», sagt Fabian Ehinger von der Basler Brauerei Kitchen Brew.

Seit zwei Jahren braut der All-Bar-One-Wirt sein eigenes Bier, mittlerweile hat er vier Sorten im Angebot, zwei davon sind IPAs. «Dass IPAs in der Schweiz immer beliebter werden, erstaunt mich gar nicht. Diese Spezialbiere waren in den USA schon vor Jahrzehnten der grosse Motor der Craft-Bier-Bewegung.»

«Craft» bedeutet Handwerk, und so entstehen auch Ehingers Bierkreationen in einer kleinen Küche oberhalb der All Bar One in der Steinenvorstadt. Dort experimentiert der Bierbrauer derzeit an weiteren IPA-Varianten, etwa einem Weizen-IPA oder einem Starkbier.

Basler Variante: «AYPIEY»

Den IPA-Trend bestätigt auch Luzius Bosshard von der Brauerei Unser Bier. «Unser IPA – mit dem Basedytschen Namen ‹AYPIEY› – erfreut sich seit der Einführung vor gut zwei Jahren immer grösserer Beliebtheit. Ursprünglich wollten wir es nur im Winter brauen, aber dann war die Nachfrage zu gross, sodass wir es nun das ganze Jahr im Angebot haben.»

Ein Grund dafür seien die vielen Expats in Basel, die mit solchen Bieren aufgewachsen seien. «Aber auch bei den Jungen stellen wir eine immer grösser werdende Experimentierfreude fest, was uns natürlich sehr freut», sagt Bosshard. Dass IPAs im Trend liegen, liesse sich auch daran absehen, dass bereits erste Grossbrauereien versuchten, im IPA-Geschäft Fuss zu fassen.

Die neueste Unser-Bier-Kreation ist ein dunkles IPA, laut Bosshard «ein echtes Liebhaberbier, das stark limitiert und schon fast ausverkauft» sei. Auch die Kleinstbrauereien Gleis 1 aus dem St. Johann, die Chastelbach-Brauerei aus dem Schwarzbubenland und die Braubude Basel haben eigene IPAs im Angebot.

Nicht so die Brauerei Ueli Bier. «Bis jetzt haben wir noch kein IPA gebraut – was aber nicht heisst, dass unsere Spezialitätenbiere weniger spannend sind. Als einer der wenigen Anbieter verwenden wir Naturhopfen und unterschiedlichen Malz-Mischungen.» Es sei aber durchaus möglich, dass es in Zukunft auch ein Ueli-Bier-IPA geben werde. Bei Feldschlösschen wartet man ebenfalls noch ab: «Für dieses Jahr ist kein IPA geplant. Wir sehen es aber als unsere Aufgabe, immer wieder auch neue Biere auf den Markt zu bringen», sagt Sprecherin Gaby Gerber. Feldschlösschen habe immer schon Spezialbiere im Angebot gehabt und stelle mittlerweile über 40 verschiedene Biere her. Dazu gehören auch bitterere Biere wie beispielsweise die Hopfenperle oder das Warteck Pic.

Kolonialer Ursprung

Das Revival des aus England stammenden Biers erstaunt insofern, als dass es aus der Not geboren wurde. Im 18. Jahrhundert mussten die britischen Brauereien ihre Kolonialtruppen in Indien mit den klassischen obergärigen Ales versorgen. Damit die Biere den langen Transport per Schiff überstanden, wurden sie mit höherem Alkoholgehalt und einer grösseren Menge Hopfen gebraut, um danach in Indien im Verhältnis 1:1 mit Wasser verdünnt zu werden.

Heute werden die IPAs unverdünnt getrunken und haben deshalb häufig einen etwas erhöhten Alkoholgehalt. Zudem wird den Bieren oftmals während der Reifung zusätzlich mit Hopfen angereichert. In den 1990er-Jahren entdeckten amerikanische Kleinstbrauereien die alte Rezeptur wieder – von wo aus sie ihren Siegeszug antrat, der mittlerweile auch in Basel angekommen ist.