Wahlen

Diese Frauen stürmen in die Basler Regierung: FDP-Gautschi, glp-Christ und SP-Soland sagen zu

Sie wollen von Eva Herzog übernehmen: Nadine Gautschi, Katja Christ, Tanja Soland (von links).

Sie wollen von Eva Herzog übernehmen: Nadine Gautschi, Katja Christ, Tanja Soland (von links).

Mit der definitiven Zusage von glp-Präsidentin Katja Christ am Mittwochmorgen steht ein erstes Frauen-Trio bereit, die Nachfolge von SP-Regierungsrätin Eva Herzog anzutreten. Dabei bieten die Bürgerlichen mehr Auswahl, aber auch mehr Zersplitterung.

Es ist definitiv: Auch Katja Christ will Eva Herzog beerben. Am Donnerstagmorgen bestätigte sie Informationen der Medien, dass die 47-jährige glp-Parteipräsidentin am 20. Oktober zur Regierungswahl antreten will. Es geht darum, den frei werdenden Sitz von SP-Finanzdirektorin Eva Herzog zu übernehmen, die sich am selben Tag zur Basler Ständerätin wählen lassen will.

Wenige Stunden zuvor, am Dienstagabend, wurde der bz bekannt, dass die FDP mit der ebenfalls 47-jährigen Nadine Gautschi in den Wahlkampf steigen wird. Gautschi darf im Gegensatz zu Christ auf eine breite bürgerliche Unterstützung zählen. Die Allianz mit der FDP bilden CVP, LDP und SVP.

Zwei Anwältinnen, eine Bereichsleiterin

Auf linker Seite hat SP-Grossrätin Tanja Soland gegenüber den Medien bereits deutlich ihr Interesse angemeldet. Damit stehen sich drei Frauen gegenüber: Die profilierte 44-jährige Soland ist erfahrene Grossrätin, Kommissionspräsidentin und Anwältin, Christ ist Anwältin, Grossrätin und Einwohnerrätin in Riehen, Gautschi ist ehemalige Verwaltungsrätin der Basler Verkehrs-Betriebe, Vizepräsidentin ihrer Kantonalpartei und Staatsangestellte.

Im Gegensatz zu Soland und Christ, die bereits über parlamentarische Erfahrung verfügen, hebt sich die Bürgerliche Gautschi dahingehend ab: Sie arbeitet als Bereichsleiterin im Justiz- und Sicherheitsdepartement (JSD) von Parteikollege Baschi Dürr und ist als einzige der dreien auch keine praktizierende Anwältin, sondern Wirtschaftswissenschaftlerin. Durch ihre Mandate, darunter auch im Kirchenrat der römisch-katholischen Kirche, ist sie allerdings bestens vernetzt.

Grünliberale wollen auf Klimathemen setzen

Christ hingegen versuchte bereits in der ersten Mitteilung zur offiziellen Kandidatur – damit ist sie derzeit die Einzige, denn Soland und Gautschi müssen noch nominiert werden –, mit Umweltschutzthemen zu punkten. Die Grünliberalen Basel-Stadt rechnen sich insbesondere  mit einer «grünen und wirtschaftsfreundlichen Alternative» zur SP-Kandidatin Chancen aus.

Der Wahltermin für die Nachfolge von Eva Herzog wurde von der Regierung bewusst auf dasselbe Datum gesetzt wie die Eidgenössischen Wahlen im Herbst. Das heisst, es wird für die Wähler im Kanton Basel-Stadt zu einem dicken Wahl- und allenfalls Abstimmungscouvert kommen.

Nicht zuletzt wird sich dann auch die abtretende Finanzdirektorin einer Kampfwahl in den Ständerat stellen müssen: Sie tritt gegen LDP-Präsidentin Patricia von Falkenstein und gegen SVP-Grossrätin Gianna Hablützel-Bürki für die Nachfolge auf dem einzigen Basler Ständeratssitz an.

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