Corona-Virus
Diese Krise schweisst zusammen: Das sind die Hilfsaktionen in der Region Basel

Mehr Solidarität durch das Virus: In der Region Basel gibt es etliche Bestrebungen, einander in diesen unsicheren Zeiten beizustehen.

Dimitri Hofer
Merken
Drucken
Teilen
Die Hilfsangebote, insbesondere für ältere Menschen, haben in der Region sprunghaft zugenommen.

Die Hilfsangebote, insbesondere für ältere Menschen, haben in der Region sprunghaft zugenommen.

Keystone

Die aktuellen Entwicklungen rufen in den Menschen extreme Reaktionen hervor: Neben panischen Hamsterkäufen sorgt die Corona-Krise auch für eine Welle der Solidarität. Für Personen, die zu einer Risikogruppe gehören, sind in den letzten Tagen zahlreiche Angebote entstanden.

Das Ziel, das die verschiedenen Aktionen verfolgen, ist dasselbe: älteren und besonders anfälligen Menschen den Alltag zu erleichtern. Allen voran dient Pro Senectute beider Basel auch momentan als wichtige Anlaufstelle für Seniorinnen und Senioren in Baselland und Basel-Stadt. Wenn auch derzeit ein wenig anders als unter normalen Bedingungen, wie Geschäftsführer Michael Harr erklärt: «Auch wir sind von Einschränkungen betroffen. Wir mussten unsere Kurse und Veranstaltungen absagen. Es wird deshalb versucht, mit internen Ressourcen Botengänge und kleine Transporte für ältere Menschen anzubieten.»

Der Hilfsmittelshop in Liestal bleibt weiterhin offen

Unter einer Helpline können sich die Senioren seit Montag melden. «Zudem dürfen wir unseren Hilfsmittelshop in Liestal weiterhin geöffnet haben, da dieser zur Grundversorgung gehört», sagt Harr. Im Laden auf dem Schild-Areal können unter anderem Gehstöcke und Rollatoren erworben werden. Sollte die Nachfrage die personellen Kapazitäten übersteigen, werde man auf freiwillige Helferinnen und Helfer zurückgreifen müssen.

Pro Senectute hilft per Telefon

Die Helpline von Pro Senectute beider Basel ist unter 061 206 44 42 zu erreichen.

Solche sprechen auch mehrere Baselbieter Gemeinden an, die sich derzeit an ihre Bevölkerung wenden. Unter anderem in Brislach, Arboldswil und Röschenz animieren die Gemeinderäte die Einwohnerinnen und Einwohner zu Nachbarschaftshilfe. In diesen Ortschaften sind sowohl Personen, die Hilfe benötigen, als auch solche, die helfen möchten, aufgefordert, sich zu melden.

Vorreiterin ist die Gemeinde Brislach, die am Samstag einen entsprechenden Flyer in jeden Briefkasten stecken liess. «Ich spüre in der Bevölkerung eine grosse Solidarität», sagt der Brislacher Gemeindeverwalter Samir Stroh. «Bis anhin haben sich rund 20 Personen bei uns gemeldet, die helfen möchten. Einige haben sich sogar bereit erklärt, Fachpersonen bei der Betreuung von Hilfsbedürftigen zu unterstützen, falls dies nötig sein sollte.» Bereits nach 48 Stunden habe die Gemeinde die ersten Kontakte zwischen Hilfesuchenden und Helferinnen und Helfern herstellen können.

Eine brennende Kerze als Zeichen der Solidarität

In den Baselbieter Dörfern sind es die Gemeindeverantwortlichen selber, die auf althergebrachte Weise die Bevölkerung ansprechen. Andernorts wurden hingegen von Privaten ähnliche Aktionen in den sozialen Medien ins Leben gerufen. In Allschwil, Oberwil und Laufen existieren private Facebook-Gruppen, deren Mitglieder eintragen können, welche Hilfestellungen sie bedürftigen Personen bieten können. Auch hier sind es vor allem die Unterstützung beim Einkaufen, andere Botengänge sowie Transporte, mit denen die Freiwilligen andere Personen unterstützen möchten. Die mit Abstand grösste Aktion in dieser Hinsicht ist die vom neuen Basler Onlinemedium «Bajour» ins Leben gerufene öffentliche Facebook-Gruppe «Gärn gschee – Basel hilft».

Für eine ganz andere Art, die gesellschaftliche Verbundenheit zu zeigen, plädiert derweil die Reformierte Kirche Baselland. Kirchenratspräsident Christoph Herrmann schreibt in einer Mitteilung: «Zünden Sie jeden Abend eine Kerze an und stellen Sie diese vor Ihr Fenster.» Man lade die Bevölkerung ein, dies immer um 20 Uhr, gut sichtbar für andere, zu tun. Herrmann animiert die Menschen im Baselbiet: «Vielleicht verbinden Sie das Anzünden der Kerze mit einem Moment der Besinnung oder einem Gebet.»