Drittmittel

Diese Sponsoren reden an der Uni mit

Die finanzielle Unterstützung von Universitäten durch Drittmittel von Stiftungen und aus der Wirtschaft ist umstritten. Auch in Basel bestreitet die Uni einen Teil ihrer Ausgaben durch private Mittel. (Archiv)

Die finanzielle Unterstützung von Universitäten durch Drittmittel von Stiftungen und aus der Wirtschaft ist umstritten. Auch in Basel bestreitet die Uni einen Teil ihrer Ausgaben durch private Mittel. (Archiv)

Das Schweizer Fernsehen hat zusammengetragen, wo die Wirtschaft an Schweizer Unis mitfinanziert und mitredet. Aus den Zahlen wird ersichtlich, dass rund 18 Prozent der Ausgaben der Universität Basel durch private Drittmittel finanziert werden.

Es ist eine der grundsätzlichen Fragen in der Hochschulpolitik: Sollen die Universitäten ausschliesslich aus staatlichen Mitteln und Studiengebühren finanziert werden, oder auch durch Drittmittel von Stiftungen und aus der Wirtschaft. Das «SRF» hat nun von allen Schweizer Universitäten die Daten zusammengetragen.

Demnach bestreitet die Universität Basel rund 18 Prozent ihrer Ausgaben von 753 Millionen Franken aus Drittmitteln. «Das ist kein Problem, solange die Forschung unabhängig erfolgen kann und die Resultate öffentlich zugänglich gemacht werden», sagt der Sprecher der Uni Basel, Matthias Geering gegenüber der bz. Es sei ein Konsens, dass an den Universitäten Grundlagenforschung betrieben werde, auf dem die privatwirtschaftliche Forschung danach aufbauen könne. Es dürfe aber keiner Firma ein Vorteil daraus entstehen, dass sie einen Lehrstuhl finanziere. Beispielsweise durch früheren Zugriff auf Forschungsresultate.

Geldgeber

Betrag in
Mio. Fr.

Lucius und Annemarie Burckhardt                                                  1
Botnar 5
Dr. Thomas Straumann
Eckenstein-Geigy 15
Gertrude von Meissner 1.5 
Hoffmann-La Roche Ltd. 12 
Stiftg. zur Förderung der gastroenterologischen Forschung       2.75 
Werner Siemens 15.2 
Branco Weiss
Freiwillige Akademische Gesellschaft 0.75 
Laurenz
Laurenz 1.5 
Annetta und Dr. Gustav E. Grisard
Georg H. Endress 3.2 
Moritz Straus
Henri B. Meier 10
Interpharma 0.45
PricewaterhouseCoopers AG 1
SwissFoundations 2.5

Der Fall, den die Sendung «Rundschau» an der Universität Basel kritisiert, ist die Professur für Gesundheitsökonomie. Diese wird vom Pharma-Verband «Interpharma» finanziert. Die Kritik: Der Verband habe bei der Auswahl des Lehrstuhlinhabers mitreden dürfen. Der betroffene Professor, Stefan Felder, sagt dazu, er sei dennoch völlig unabhängig. Geering meint: «Wir brauchten einen ausgewiesenen Fachmann. Gewählt wurde er von einem Berufungsausschuss und in dem sass auch ein Vertreter der Interpharma». Dass der Verband den Einkauf Felders in die Uni Pensionskasse mit 300'000 Franken bezahlt habe, sei Teil des Vertrags mit der Uni gewesen.

«SRF» listet aber nicht nur die Drittmittel auf, die die Unis bekommen, sondern auch die Interessensbindungen von Univertretern. Dabei fliessen allerdings auch kuriose Dinge ein. So ist beispielsweise der Präsident des Fördervereins der Uni Basel auch Stiftungsrat bei der Stiftung für den Tierpark Weihermätteli in Liestal. Oder Universitätsrat Marc Joset beim Kulturraum Roxy in Birsfelden. Welche «Interessenskonflikte» sich aus diesen Engagements ableiten lassen, wird aus den SRF-Recherchen nicht klar.

Autor

Nicolas Drechsler

Nicolas Drechsler

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