Gaststadt Zürich

«Diesen Kantönligeist finde ich einfach blöd»

Der Zürcher Slam Poet Simon Chen performt an der Muba einen Text über Design

Der Zürcher Slam Poet Simon Chen performt an der Muba einen Text über Design

Der Zürcher Slam Poet Simon Chen trägt an der Muba für die Basler seine Texte vor. Die bz sprach mit ihm im über seine Verbindung zum Poetry Slam, seine Inspiration und seine Texte.

Simon Chen, Sie treten als Zürcher Slampoet an der Muba auf. Die Gaststadt Zürich will sich hier von ihrer schönsten Seite präsentieren und spielt anhand der Installation einer Gehörmuschel auf ironische Art auf die Vorurteile der Basler gegenüber den Zürchern an. Warum treten Sie hier auf und was wollen Sie den Baslern mit Ihren Texten übermitteln?

Simon Chen: Ich gebe nichts auf diese Vorurteile zwischen den Baslern und den Zürchern. Dieser Kantönligeist und die Klischees finde ich blöd. Wir sind doch alle Menschen. Ich lebe von Poetry Slam und ich schreibe gerne Auftragstexte, wie dieser hier an der Muba. Ich liebe es, über alle Themen zu schreiben. So komme ich mit Materien in Kontakt, über die ich mir nie Gedanken machen würde.

Neben Ihnen treten zwei weitere Zürcher Slammer und zwei Basler Slammer auf. Wie kommt Ihr Slam als Zürcher hier an?

Das ist schwierig zu sagen. Ich kann nur von meinen Auftritten sprechen und merke, dass diese gut aufgenommen werden. Der Auftritt für mich an der Muba läuft aufgrund der Akustik aber nicht optimal.

Kommt es bei einem Poetry Slam auf den Inhalt oder die perfekte Sprache an?

Beides ist sehr wichtig. Ein toller Text, der gut vorgetragen wird, wird dadurch besser. Und ein guter Text, der schlecht vorgetragen wird, ist missraten.

Simon Chen, Zürcher Slam Poet, fantasiert an der Muba über einen Gesamtkanton Basel-Zürich-Aargau

Simon Chen, Zürcher Slam Poet, fantasiert an der Muba über einen Gesamtkanton Basel-Zürich-Aargau

Wie entstehen Ihre Texte?

Ich nehme mir viel Zeit für meine Formulierungen. Ich fertige eine Liste an, auf der ich Ideen, Wortstellungen und Bilder niederschreibe. Ich brauche mehrere Wochen an einem Text. Ich korrigiere und perfektioniere immer wieder.

Wie bereiten sie sich auf einen Auftritt vor?

Nicht speziell. Ich nehme während des Auftritts zuerst die Atmosphäre neben der Bühne auf. Es ist wichtig, dass ich mit den Zuhörern in Kontakt trete, ich darf sie nicht aus den Augen verlieren. Das ist immer so, egal ob 5 oder 50 Leute im Publikum sitzen. Ich muss die Leute hören, damit ich auf sie eingehen kann. Am wichtigsten ist es, dass man Poetry Slam für die Leute macht.

Wann haben Sie sich entschieden, sich dem Poetry Slam zu widmen?

Ich habe die Schauspielschule gemacht und bin im Sommer 2005 zum ersten Mal mit Poetry Slam in Kontakt gekommen. Ich habe mich einfach mal bei einem Wettbewerb angemeldet. Es darf jeder mitmachen. Seither mache ich Poetry Slam und seit bald drei Jahren lebe ich davon.

Was macht für Sie die Faszination von Poetry Slam aus?

Die Sprache zu erkunden. Und das Schreiben. Ich kann Bezüge zu Themen herstellen, auf die man sonst nicht einfach kommt. Ich setze mich mit Themen auseinander, für die ich mich sonst nie interessieren würde. Ich muss darüber lesen, mich genau informieren. Und natürlich gefällt mir der Applaus aus dem Publikum, wenn diesem meine Texte gefallen.

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