Auch wenn es am vergangenen Wochenende durchaus noch einmal warme, T-Shirt-taugliche Temperaturen gab, so wurde spätestens zu Wochenbeginn klar: Es ist Herbst. Der Winter steht vor der Türe - und damit auch seine angenehmen Seiten.

Kein Platz und zu viel Widerstand

Die Kälte bedeutet neben vielen Unannehmlichkeiten auch, dass es wieder Zeit für Winteraktivitäten ist. Dazu gehört Schlittschuhlaufen. Wer allerdings in Basel diesem Sport nachgehen will, muss sich ins Eglisee und auf die Margarethenanlage begeben. Anders als in den Jahren zuvor, haben Eislauf-Begeisterte keine Möglichkeit, ihrem Hobby mitten in der Stadt nachzugehen.

Die Gründe dafür sind unterschiedlich. Beat Leuppi, der bereits im letzten Jahr eine Schlittschuhbahn auf dem Münsterplatz lancieren wollte, wird aufgrund des damaligen Widerstandes keinen weiteren Versuch starten. «Ich plane nichts mehr auf dem Münsterplatz.» Er kann sich auch nicht vorstellen, dass dort jemals ein ähnliches Projekt realisiert werden könne: Die Gegenwehr der Kirche und die Klagen der Anwohner seien zu stark.

«Ich finde das nicht frustrierend», aber Basel sei eben halt doch bloss eine Kleinstadt. Leuppi bedauert, dass es allgemein schwierig sei, neben dem Münster Projekte zu verwirklichen.

Das Projekt einer Eisbahn in einer anderen Stadt auf die Beine zu stellen, kam für Leuppi nicht infrage. «Ich bin in Basel daheim und hätte gerne etwas für meine Heimatstadt gemacht», sagt er. Da die Eisbahn zum Weihnachtsmarkt gehören sollte, wäre es auch nicht möglich gewesen, diese an einem anderen Ort aufzubauen.

Das Restaurant Kunsthalle beim Tinguely Brunnen betreibt dieses Jahr ein Fondue-Stübli, weswegen auch hier nichts geplant ist, wie es auf Anfrage der bz heisst. Dazu sei der Platz zu klein. Auch im Innenhof des Kunstmuseums sei nichts Derartiges geplant, lautet die Auskunft. Zu den Gründen könne nichts gesagt werden, da die verantwortlichen Personen abwesend seien.

«Genügend andere Möglichkeiten»

Peter Howald, Leiter des Basler Sportamtes sieht die gesamte Situation gelassen. «Für uns ist das kein Problem, wir haben zwei tolle Kunsteisbahnen.» Selbstverständliche hätten die Eisflächen mitten in der Stadt ein spannendes Angebot dargestellt - aber es gebe genügend Möglichkeiten für Schlittschuhfans.

Daniel Egloff, Leiter von Basel Tourismus, findet es schade, dass es dieses Jahr keine Schlittschuhbahn mitten in der Stadt geben wird. «Ich finde, dass die Stimmung auf den Eisbahnen sehr speziell gewesen ist. Allerdings kommen unsere Gäste nicht primär, um Schlittschuh zu laufen.» Für die Bevölkerung sei es natürlich schade. Bemühungen für eine Eisbahn in der Stadt würde Basel Tourismus unterstützen. «Ich fände eine Eisbahn auf dem Münsterplatz wirklich spannend», sagt Egloff.