Seit knapp zwei Jahren betreibt Sandro Fiorilli einen Instagram-Account. Der Name ist Programm: «gratiszummitnehmen». Darauf zu sehen sind Dinge, die in Basel und Umgebung gratis zum Mitnehmen sind.

Er habe regelmässig Sachen zum Mitnehmen gesehen, die er lustig fand, wollte aber nicht zu viel davon mitnehmen. «Irgendwann sah ich einen Porzellan-Hund. Ich fand die Vorstellung, dass jemand einmal Geld dafür ausgegeben hat, grossartig und habe ihn fotografiert und auf Instagram geladen», erzählt er.

Daraus entstand die Idee, diesem Thema einen eigenen Instagram-Account zu widmen. Aus Spass, sagt Fiorilli. Kritik an der Wegwerfgesellschaft wolle er höchstens mit einem Augenzwinkern üben. Rund 350 Fotos hat Fiorilli bisher auf dem Account hochgeladen.

Neue Offline-Kontakte

Inzwischen stammen nicht mehr alle Fotos von ihm: «Erstaunlicherweise fingen Menschen, die ich nicht persönlich kenne, an, mir Fotos zu schicken», erzählt er. Wenn er ein Foto-Sujet sehe, verändere er nichts, sondern er fotografiert es so, wie er es vorgefunden habe, so der 36-Jährige. Er fotografiere auch nicht alles, was er sehe. Manchmal habe er schlicht keine Zeit oder Lust. 

Es käme öfters vor, dass Menschen ihn fragen, wo genau er die auf die Strasse gestellten Sachen fotografiert habe. Manche würden ihn auch bitten, Dinge für sie mitzunehmen. Da Fiorilli die Fotos aber oft nicht direkt postet, sondern erst zu einem späteren Zeitpunkt, sei das nicht immer möglich.

Trotzdem habe er schon Dinge mitgenommen und sie danach denen, die danach gefragt haben, übergeben. Es sei spannend, so auf Menschen zu treffen, die er anders wahrscheinlich nicht kennengelernt hätte, so Fiorilli.