Mobilität

Dieser Velokurier-Grossrat fordert: Subventionen für Basler Veloreparaturen!

Viele Fahrräder wurden während dem Lockdown wieder aus dem Keller geholt

Viele Fahrräder wurden während dem Lockdown wieder aus dem Keller geholt

Mit einem Vorstoss möchte Grossrat Jérôme Thiriet Fahrradgeschäfte unterstützen und einen Beitrag ans Klima leisten.

Die Coronakrise hat einen bedeutenden Einfluss auf das Mobilitätsverhalten der Bevölkerung. Wie eine Studie der ETH Zürich und der Universität Basel zeigt, ist die pro Tag zurückgelegte Distanz gesunken. Insbesondere der öffentliche Verkehr wurde über mehrere Wochen fast nicht mehr genutzt. Jedoch gab es einen klaren Gewinner: das Velo.

Das hat auch der Inhaber des Basler Velokuriers «Kurierzentrale» und Grünen-Grossrat Jérôme Thiriet bemerkt. In einer am Montag eingereichten Interpellation schreibt er, dass der Veloverkehr um fast 200 Prozent zugenommen habe, und hebt die positiven Auswirkungen dieser Entwicklung auf Mensch und Klima hervor.

Thiriet fordert nun vom Regierungsrat des Kantons Basel-Stadt, die Einführung einer ungewöhnlichen Massnahme zu prüfen: Alle Fahrradreparaturen, die von einem Basler Fachgeschäft vorgenommen werden, sollen vom Kanton mit 100 Franken subventioniert werden.

Damit will der Inhaber der «Kurierzentrale» gleich mehrere Probleme auf einmal lösen: Die Basler Bevölkerung soll zum Velofahren motiviert, Distanzregeln könnten einfach eingehalten und dem lokalen Gewerbe soll geholfen werden. Indirekt hätte die Massnahme auch positive Auswirkungen auf die Luftqualität.

Auf die Idee gebracht habe ihn ein Freund aus Frankreich, sagt Thiriet. Dort hat die Regierung vergangene Woche bekannt gegeben, allen Velofahrern 50 Euro zur Reparatur ihres Velos zur Verfügung zu stellen: «Ich dachte, das könnte vielleicht auch in Basel funktionieren.»

Kontrollmechanismus soll Missbrauch verhindern

Wie viel die Umsetzung des Vorschlags kosten würde und wie viele von der Möglichkeit, ihr Fahrrad bis zur Höhe von 100 Franken kostenlos reparieren zu lassen, Gebrauch machen würden, weiss Jérôme Thiriet nicht. «Das ist schwierig abzuschätzen», so der Grossrat. Die Gefahr eines Missbrauchs schätzt er zwar nicht als gross ein, gibt aber zu: «Es bräuchte schon einen Kontrollmechanismus, der verhindert, dass Leute Leistungen abrechnen, die sie gar nicht erbracht haben.»

Der Dachverband Pro Velo beider Basel befürwortet die von Thiriet angestossene Diskussion: «Wir sind erfreut über diesen Vorstoss, der nicht nur den Veloverkehr, sondern auch das lokale Velogewerbe fördern möchte», sagt Geschäftsführer Roland Chrétien. Das Velo habe als einziges Verkehrsmittel eine positive volkswirtschaftliche Gesamtbilanz. Die vorgeschlagene Massnahme erscheine daher sinnvoll.

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