Auto-Gegner

Dieses Komitee warnt vor den Auto-Initiativen

Mit diesem Plakat ist das Gegenkomitee an die Öffentlichkeit.

Mit diesem Plakat ist das Gegenkomitee an die Öffentlichkeit.

Mit Symbolik der griechischen Mythologie wirbt das Gegenkomitee gegen die Initiativen.

Einen Tag, nachdem der Gewerbeverband die Abstimmungskampagne zu den Initiativen «Zämme fahre mir besser» und «Parkieren für alle Verkehrsteilnehmer» lancierte, ist auch das Gegenkomitee an die Öffentlichkeit getreten. Die Initiativen beabsichtigen eine Besserstellung des motorisierten Individualverkehrs gegenüber dem Status quo. Eines der Hauptziele besteht dabei in der Streichung des 10-Prozent-Reduktionsziels. Eine Forderung, die auch der Gegenvorschlag enthält.

Es ist viel los auf den Plakaten der Kampagne gegen die beiden Auto-Initiativen, über die am 9. Februar in Basel-Stadt abgestimmt wird. Auf einem der beiden Sujets befinden sich die Basler in einer mit Autos überfüllten Quartiergasse, auf dem anderen Plakat thront oben die Skyline von Basel, während sich weiter unten eine dramatische Szene abspielt: Ein trojanisches Pferd wurde in die Stadt geschmuggelt, aus ihm strömt eine Flut von Autos in die Innenstadt, die Gestalten in den Strassen und auf den Balkonen versuchen verzweifelt zu flüchten. Es sind dunkelgraue Autos «Geländewagen, umweltschädliche Autos, in denen Einzelpersonen sitzen und die die Stadt zerstören», erklärt Florian Schreier vom Komitee «Nein zu den rückständigen Auto-Initiativen» an der Medienkonferenz.

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Ein listiges Geschenk des Gewerbeverbands

Die Bildsprache der Kampagne ist zwar offensichtlich dystopisch, die Botschaft, die mit den Plakaten vermittelt werden soll, hingegen nicht eindeutig. «Wir waren uns nicht sicher, ob alle das trojanische Pferd verstehen würden, haben uns dann aber doch dafür entschieden», sagt Schreier. Damit sollte die List des Gewerbeverbandes dargestellt und auf dessen Kampagne reagiert werden, welche die Initiativen auf ihren Plakaten als Geschenk mit Schleife präsentiert. SP-Grossrat Kaspar Sutter vom Gegenkomitee sagt dazu: «Trotz verführerischem Namen bringen die Initiativen primär mehr Autos in unsere Stadt. Dies schadet unserer Lebensqualität und dem Klimaschutz.»

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Auch David Wüest-Rudin von der GLP betont die negativen Auswirkungen der beiden Vorstösse des Gewerbeverbands: «Eine Annahme der beiden Initiativen würde in der Stadt langfristig zu einer schlechteren Aufenthaltsqualität und Erreichbarkeit führen.» Dass die GLP als Wirtschaftspartei gemeinsam mit SP, Grünen und BastA! eine Kampagne gegen den Gewerbeverband führt, findet er nicht widersprüchlich. Seine Partei arbeite oft mit dem Gewerbeverband zusammen, die aktuellen Vorlagen würden aber der Wirtschaft schaden.

In genau einem Monat wird sich an der Urne zeigen, ob die Bevölkerung auf die «List» des Gewerbeverbandes, wie vom Gegenkomitee impliziert, hereinfällt – oder aber die Argumente des Gegenkomitees eher überzeugen.

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