Euro-Airport

Dieses riesige Swiss-Gebäude steht seit 2002 fast leer – und kostet viel Geld

..

Seit 2002 steht das Verwaltungsgebäude der Swiss am Euro-Airport halb leer. Der ehemalige Crossair-Chef, Moritz Suter, erklärt warum.

Es ist ein Dauerproblem, und eine Lösung scheint in weiter Ferne. «Wir haben noch keine konkreten Umsetzungspläne, aber prüfen derzeit einige Möglichkeiten», teilt die Swiss-Medienstelle mit. Vor einigen Jahren klang es ähnlich. Seit der Einweihung 2002 steht ihr riesiges Verwaltungsgebäude am Euro-Airport (EAP) halb leer.

Das gesamte Areal ist 150'000 Quadratmeter gross. Allein die Bürofläche beträgt laut Euro-Airport (EAP) 25'000 Quadratmeter. Initiiert und geplant hat das Gebäude, zu dem auch drei Hangars, 3000 Parkplätze, die teilweise unter dem Rollfeld liegen, und Räume für zwölf Flugsimulatoren gehören, ursprünglich die Crossair. Es wurde in mehreren Phasen Ende der 1980er-, Mitte der 1990er- und Anfang der 2000er-Jahre gebaut. Der letzte, grösste und teuerste Teil umfasste einen zehnstöckigen Bürobau und einen dritten Hangar.

Schon die ersten drei Ausbauetappen hätten um die 150 Millionen Franken gekostet, betont der ehemalige Crossair-Gründer und Chef Moritz Suter. Das neueste Gebäude, die letzte Ausbauetappe, kostete rund 200 Millionen Franken. Die Entscheidung für den Bau fiel 1999.

Das Gebäude ist abbezahlt

Suter betont: «Die Crossair hatte damals rund 4500 Mitarbeiter, jährlich über sechs Millionen Passagiere und einen Jahresumsatz von 1,4 Milliarden Franken. 1999 war mit einem Geschäftsgewinn von mehr als 100 Millionen Franken unser bestes Geschäftsergebnis. Das Gebäude entsprach unseren Bedürfnissen, um die Entwicklung der Firma zu gewährleisten.» Es sei abbezahlt. Dass die Swiss später an die Lufthansa «verschleudert» wurde, bedauert Suter noch heute.

Die Hangars nutzte Crossair auch für den Flugzeugunterhalt anderer Gesellschaften. «Das war damals ein einträgliches Geschäft», erinnert sich Suter. Der Aufbau der Piloten-Schulung mit den Flugsimulatoren klappte weniger gut, weil sich die Piloten-Gewerkschaft der Swissair vehement dagegen sperrte. Die Piloten wollten ihre Ausbildung weiter in Zürich machen.

Suter ist nicht verwundert, dass das riesige Verwaltungsgebäude so wenig genutzt wird. «Auf allen Flughäfen der Welt finden Sie auf dem Weg in die Stadt unzählige Gebäude an der Flughafenstrasse. Der einzige Flughafen, wo es keine derartige Entwicklung gibt, ist der EAP. Und das lag an der Rechtsunsicherheit bezüglich Arbeitsrecht und Steuer.» Seit Kurzem sind beide Probleme im Einvernehmen mit dem französischen Staat langfristig geregelt. «Somit sollte es möglich sein, dass riesige Gebäude zu vermieten», so Suter. Eine Idee hat er schon: Das Businesscenter bei der Stücki könnte Interesse am Verwaltungsgebäude am EAP haben. «Das ist doch ein attraktiver Standort».

Vertrag läuft bis Mitte Jahr

Swiss und andere Firmen auf dem EAP haben für die Nutzung einen Baurechtsvertrag mit dem Flughafen. Für das Swiss-Verwaltungsgebäude läuft er bis Mitte des Jahrhunderts. Normalerweise darf es nur von Firmen aus dem Airline-Business genutzt werden. «In Rücksprache mit dem Euro-Airport können die Flächen aber anderweitig vermietet werden», teilt Swiss mit. Auch für den Flughafen sei es «absolut wichtig, dass am Standort wieder etwas läuft», sagt EAP-Mediensprecherin Vivienne Gaskell.

Claus Wepler, als Generalsekretär des Basler Wirtschafts- und Sozialdepartements für den EAP zuständig, findet Suters Vorschlag mit dem Businesscenter eine «schöne Idee». Er bleibt allerdings skeptisch: «Das dürfte innerhalb der bekanntlich speziellen Rechtsbedingungen am EAP allerdings nicht einfach so realisierbar sein und müsste vom Flughafenverwaltungsrat beurteilt werden.»

Swiss ist als Fluggesellschaft seit Ende Mai 2015 nicht mehr auf dem EAP präsent. Der Sitz befindet sich weiter in der Malzgasse 15 in Basel. Zudem sei sie mit der Lufthansa Group auf dem Flughafen vertreten. Allein die Verluste an Mieteinnahmen und die Unterhaltskosten sollten die Swiss motivieren, mit dem Verwaltungsgebäude etwas Sinnvolles zu unternehmen. 2014 nannte Swiss gegenüber «Telebasel» pro Jahr Mindereinnahmen von fünf Millionen Franken und Unterhaltskosten von einer Million Franken. Aktuellere Zahlen gibt es nicht, aber die Beträge belaufen sich laut Medienstelle in diesem Rahmen.

Verwandtes Thema:

Meistgesehen

Artboard 1