Welche Achterbahnen sind am günstigsten? Wo sind die WCs auf dem Kasernenareal? Und ganz wichtig: Wo gibt’s den nächsten Glühwein? Antworten auf solche Fragen soll die Herbstmesse-App, die dieses Jahr bereits zum zweiten Mal im Einsatz ist, ganz smart beantworten.

Trotz kleineren nützlichen Updates seit letztem Jahr bleiben bei der Benutzung dennoch einige Hürden. So sucht man die täglichen Öffnungszeiten der Herbstmesse zum Beispiel vergebens unter dem Menüpunkt «Infos». Und wer auf dem Petersplatz steht und sich direkt zu einem gesuchten Stand navigieren lassen will, bekommt dank technischer Beschränkungen nur einen ungefähren Anhaltspunkt.

Schiffbruch bei der Navigation

Ob die Leute wirklich von zuhause aus den Messebesuch im Detail durchplanen und sich die Kurzinfos zu den Ständen einzeln durchlesen, sei einmal dahingestellt. Wirklich praktisch scheint auf den ersten Blick hingegen die Navigierfunktion, die einem durch das Messegewusel direkt zu einzelnen Ständen lotsen soll. Auf dem Kasernenareal wagt die bz einen Versuch. Steht man vor dem «Rock & Roller Coaster» und will sich zu den Schoggifrüchten in der Mitte des Platzes navigieren lassen, schlägt die App vor, dass man über Klingentalgraben, Klybeckstrasse und Kasernenstrasse um den Platz herum geht anstatt auf direktem Weg über den Platz; offenbar, weil der Stand etwas näher am südlichen Rand des Kasernenareals liegt.

 

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Fazit: leider unbrauchbar. Da lässt man sich den Stand lieber auf der Karte anzeigen, die in der App immerhin gut und übersichtlich dargestellt ist, und navigiert selber, nach den Sternen, der Nase oder den Schoggikrümeln auf dem Boden dorthin. «Bei Google Maps kann man halt nicht auf den letzten Meter genau zum Stand navigieren. Aber die Idee ist, dass man möglichst nahe drankommt und den Stand dann von Weitem selber sieht», räumt Daniel Arni, Leiter der Fachstelle Messen und Märkte Basel-Stadt, ein.

Liefert die App dafür schnellen Zugriff auf praktische Informationen? Unter dem Menüpunkt «Infos» findet man zuoberst vielversprechend die Rubrik «Das Wichtigste in Kürze». Wer jedoch erwartet, dort Öffnungszeiten oder Ähnliches zu finden, wird überrascht: Hier sind lediglich Daten von Begleitveranstaltungen wie dem Ein- und Ausläuten, dem Herbstmesse-Gottesdienst oder der Kurzführung für Familien angegeben. Die Öffnungszeiten findet man nur, wenn man im Menüpunkt «Karte» auf die einzelnen Plätze klickt. Da muss man erst einmal darauf kommen. Vorhersehbar zu finden sind immerhin weitere Infos zu Anreise, Behindertenfreundlichkeit und Weiterem.

Trotzdem zufrieden

«Wir haben letztes Jahr sehr positive Rückmeldungen erhalten. Ich denke, die Leute sind mit der App zufrieden», sagt Arni. Seit die Werbekampagne vor rund einem Monat wieder gestartet ist, sei die App bereits über 9000 Mal heruntergeladen worden. «Letztes Jahr waren es am Ende der Herbstmesse insgesamt rund 14 000 Downloads.» Die App richte sich an interessierte Personen, die ihren Messebesuch vorbereiten wollen.

«Wir haben auch die Bedürfnisse verschiedener Zielgruppen eruiert», sagt Arni. Man kann Stände und Bahnen nach den Zielgruppen «Kinder & Familien», «Junge Wilde» und «Evergreens» filtern oder die Suche auf die einzelnen Plätze einschränken. Zu jeder einzelnen Attraktion gibt es einen erklärenden Kurztext. Neu im Vergleich zu letztem Jahr ist der Filter für Familienpass-Angebote, die vom 6. bis 9. November gültig sind. Ausserdem sind Neuheiten auf der Herbstmesse mit einem entsprechenden Icon in der Suchfunktion markiert. Und dieses Jahr kann man auch News über Social Media teilen. «Das ist heute Standard bei solchen Apps», hält Arni fest.

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Wer mit der Benutzung überfordert ist, findet auf der Facebook-Seite der Herbstmesse ein leicht verwackeltes, aber gut gemeintes Anleitungsvideo. Eine eigene Website der Herbstmesse hingegen sucht man im Netz vergebens. Die Informationen zur Herbstmesse sind online aber in den verlinkten Untiefen der Basler Standortmarketing-Website zu finden. Googeln hilft.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass die Herbstmesse-App, ohne die man fast 550 Jahre lang ausgekommen ist, wenigstens nicht schadet. Der praktische Mehrwert für den durchschnittlichen Messebesucher hält sich allerdings in Grenzen.

 

So schön ist die Herbstmesse