Die Basler Kantonalbank und ihre Tochter Bank Cler haben mit dem Immobilienspezialisten Iazi eine Smartphone-Applikation entwickelt, mit der in Minutenschnelle der Wert einer Immobilie geschätzt werden kann. Das geht so:

1. «BKB-Homescan»- oder «Bank Cler Quanto»-App herunterladen.

2. Liegenschaft fotografieren. Der Standort des Smartphones muss offengelegt werden, weil die Position der Liegenschaft den Preis mitbestimmt. Mit wenigen Reglern kann man die Grundstücksfläche, Nettowohnfläche, Anzahl Zimmer und Baujahr anpassen und somit die Schätzung präzisieren.

Die Preis-Datenbasis wird von Immobilienanalysten der Firma Iazi bereitgestellt. Es funktioniert sowohl für Häuser wie für Eigentumswohnungen. Ein kleiner Test der bz zeigte: Die angegebene Preis-Bandbreite ist realistisch. Allerdings wird darauf hingewiesen, dass die App eine umfangreichere professionelle Schätzung nicht ersetzen kann.

Die Bandbreite stellt lediglich eine Indikation auf Basis beobachteter Verkäufe dar. Die App ist gratis, aber «gratis» ist immer relativ: Der Nutzer muss einiges von sich preisgeben. Er muss beispielsweise damit einverstanden sein, dass die von ihm erfassten Angaben, die Objekteigenschaften sowie die Fotoaufnahmen direkt Iazi als Betreiberin der App übermittelt und durch diese im Zusammenhang mit sämtlichen Funktionalitäten der App bearbeitet und gespeichert werden. Der Nutzer muss zudem damit einverstanden sein, dass die Bank die von ihm erfassten Angaben zu Marktbearbeitungszwecken bearbeitet werden kann. Und so weiter.

Sparen mit App für Säule 3a

Auch für die Säule-3a-Vorsorge steht seit kurzem eine App zur Verfügung. Die zwei aus der Region Basel stammenden Gründer Daniel Peter und Jonas Gusset haben eine App entwickelt, mit der eine sehr kostengünstige Säule 3a aufgebaut werden kann. Dazu ist die Viac, ihre Firma, eine Kooperation mit der WIR Bank in Basel eingegangen. Das Geld liegt bei der Terzo Vorsorgestiftung der WIR Bank. Die Gesamtkosten inkl. Produktgebühren liegen zwischen 0,17 und 0,72 Prozent. Ein Depot kann zwischen 20 und 97 Prozent Aktien enthalten, in Form von kostengünstigen Indexfonds und Exchange Traded Funds (ETF). Auch eine reine Kontolösung ohne Anlage ist möglich.

Gehandelt und gelagert werden die Wertschriften bei der Credit Suisse. Sie gelten als Sondervermögen und sind im Falle einer Insolvenz der Depotbank geschützt. Warum ist Viac günstiger? Das System ermögliche es, Börsentransaktionen innerhalb der Stiftung zu verrechnen, so dass jeweils nur der entsprechende Restbetrag gekauft oder verkauft werden muss. Dadurch können die Transaktionsgebühren stark reduziert werden. Diesen Kostenvorteil gebe Viac dem Kunden in Form der tiefen Verwaltungsgebühr weiter. Die Kontoeröffnung ist zu 100 Prozent digital. Die Verwaltung der Vorsorgegelder verlaufe automatisiert. «Wir benötigen damit weder einen riesen Verwaltungsapparat, noch beschäftigt Viac teure Bankmitarbeiter oder Produktverkäufer», sagt Daniel Peter.

Ausserdem funktioniert die Anlage auch für arme Schlucker: Der Minimalbetrag liegt bei einem Franken. Viac unterliegt nicht der Finanzmarktaufsicht Finma, sondern der Stiftungsaufsicht. Die Gefahr, dass die App als «Geldwäschemodul» verwendet werden kann, sei klein: Die jährliche maximle Einzahlung ist mit 6768 Franken relativ klein, und ausserdem ist das Geld bis vor der Pension blockiert.